CARVON

Carvon ist Hauptbestandteil des etherischen Öles von Kümmel und Dill (40-60%), kommt aber auch in Krauseminze (Spearmint, 20%) und in geringen Anteilen in Schwarzem Pfeffer vor.

STOFFGRUPPE: MONOZYKLISCHES MONOTERPEN

Carvon gehört zu den monozyklischen Momoterpenen, seine Summenformel ist C10H14O, NCBI: CID 16724. Es gibt zwei enantiomere Formen des Carvons, die beide in der Natur vorkommen. So ist (S)-(+)-Carvon zu etwa 60% in Kümmelöl und Dillöl enthalten, während sich das (R)-Enantiomer in Krauseminzöl findet. Im R- Enantiomer ist der untere Rest am Ring nach hinten (hinter die Ringebene) gerichtet, im S-Enantiomer steht er vor der Ringebene. Im Ingwer ist das Racemat (Gemisch aus beiden enantiomeren Formen) enthalten.

WIRKUNG, VERWENDUNG & TOXIKOLOGIE

Das S-Carvon riecht wie der Kümmel, während das R-Carvon mehr den Geruch von Krauseminze wiedergibt. Carvon wirkt positiv bei übermässiger Gasbildung und Gasansammlung im Magen-Darm-Trakt. Kümmelöl ist ein Karminativum und hat daher seinen Platz in der Naturheilkunde schon lange inne. Es wirkt krampflösend und regt die Funktion der Verdauungsdrüsen an. Kümmeltee kann gegen Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Blähungen und leichte krampfartige Magen-Darmstörungen getrunken werden. Auch Verdauungsbeschwerden bei Säuglingen lassen sich mit Kümmeltee behandeln.