Brasilien-Exkursion

Startseite

Erste Etappe

Praia do Forte

Salvador

Zweite Etappe

Lençóis

Itororó

Nova Friburgo

Rio

Dritte Etappe

Petropolis

Paraty

Impressum

Die Restinga (Dünenvegetation)


Der Begriff "Restinga" wird in Brasilien häufig mit sehr unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. Nach der Klassifikation der IBGE (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, 1992) umfassen Restingas "Pionierformationen mit maritimem Einfluss". Teils wird damit die Vegetationsform, teils das gesamte Ökosystem einschließlich der edafischen und klimatischen Verhältnisse bezeichnet (SUGUIO und MARTIN 1990).
Der von RODERJAN et al. (1997) verwendete Sammelbegriff "Restinga" umfasst einen Vegetationskomplex des sandigen Strandgürtels, der Wanderdünen und festgelegten Dünen, der Dünentälchen, sowie meeresspiegelnahe Terrassen. Aufgrund der lebensfeindlichen und instabilen Verhältnisse sind die einzelnen Pflanzengesellschaften sehr artenarm. Doch führt die reiche standörtliche Gliederung zu einer hohen Landschaftsdiversität.

Die Restinga ist geprägt durch die ungünstigen Umweltbedingungen, insbesondere arme, sandige Böden mit hohem Salzgehalt (RODERJAN et al. 1997). Die Vegetation wird durch Springfluten oder Sprühstaub von Salz beeinflusst. Im Unterschied zur Mangrove fehlt der Einfluss von Süßwasser aus fließenden Gewässern. Mechanische Einflüsse wie die Schleppkraft der Gezeitenströmungen und äolische Windverlagerung verhindern eine Bodenentwicklung und führen zu Wanderdünenbildung. Vor allem grobsandige Böden besitzen eine geringe nutzbare Wasserspeicherkapazität.
Die Art Gaylussacia brasiliensis (Ericaceae) ist geradezu eine Zeigerpflanze für tiefliegende Grundwasserspiegel. Ist dieser niedrig, steigt das Vorkommen dieser Art sprunghaft an.

Ebenfalls unter dem Begriff der "Restinga" subsumiert werden Pflanzengesellschaften auf Küstenfelsen und Röhrichte an Grundwasseraustrittsstellen. Damit wird die ökologisch extreme Heterogenität dieses Begriffs deutlich.

Aus: DIE PHYTOGEOGRAFISCHEN EINHEITEN VON PARANÁ, BRASILIEN von Luciano Farinha Watzlawick, Leif Nutto, Peter Spathelf, Albert Reif Marcos, Vinicius Winckler Caldeira und Carlos Roberto Sanquetta. pdf-datei zum Download

Pflanzenbeispiele

Melonenkaktus (Melocactus violaceus)

Familie Cactaceae (Kakteen)

 

Habitus: Kugelkaktus mit meist 10 scharfen Rippen; Dornenpolster oval und etwas eingesenkt; Dornen dick, silbrig-grau und etwas gebogen; Blüten sehr klein, trichterförmig und karminrot bis kräftig magenta; Früchte weiss und keulenförmig.

Melocactus violaceus im Dünengelände von Praia do Forte, aufgenommen von Susanne Bickel; unten: Melocactus azureus, Foto aus dem Internet

Vorkommen dieses Melonenkaktus: Nordost-Brasilien (Bundesstaat Bahia), wo auch der leicht zu verwechselnde Melocactus azureus vorkommt. Dieser besitzt rote Früchte, ist größer und in der Farbe blaugrün.
Eine nette Melokakteenseite findet man hier.

Eindrücke von der Fahrt


Pflanzen, Ökosysteme


Link zur Ecolodge

© Susanne Bickel, letzter Eintrag: Samstag, 9. Februar 2008