Blüte

  • zweihäusig (diözisch)
  • rispige Blütenstände, die sich stark verzweigen und aus 400 bis 500 einzelnen weiblichen Blüten mit einfachem Perianth und drei apokarpen oberständigen Fruchtknoten bzw. bei männlichen Blüten aus sechs Staubblättern besteht. Männliche und weibliche Blüten sehen sich sehr ähnlich.
  • recht unscheinbare Blüten
  • entspringen den Blattachseln
  • von zwei langsam verholzenden Hochblättern umgeben

Bestäubung

Die natürliche Bestäubung erfolgt durch den Wind (Anemophilie). Allerdings wird schon seit ca. 3000 Jahren künstliche Bestäubung zur Erhöhung des Ernteertrags angewandt.

Künstliche Bestäubung

Die künstliche Bestäubung der Dattelpalme wird bereits auf einem assyrischen Monument abgebildet. Es ist etwa 3000 Jahre alt und damit das älteste Bildwerk der Menschheit, welches eine künstliche Bestäubung zeigt. Das Monument zeigt, wie "weise" Männer planvoll weibliche Blütenstände mit männlichen Pollen eines andern Baumes bestäuben. Die Existenz verschiedener Geschlechter und eine Ertragssteigerung durch künstliche Befruchtung muß den Assyrern bekannt gewesen sein.
Heute werden ganze Blütenstände aus der männlichen Blüte abgeschnitten und in Beuteln trocken aufbewahrt. Bei der künstlichen Bestäubung werden entweder beim Aufspringen der holzigen Hüllscheiden der weiblichen Blüte die männlichen Blütenstände so in die weiblichen Palmen gehängt, dass der Pollen ungehindert auf die weiblichen Blüten fallen kann oder die männlichen Blütenstände werden direkt in die vorher auf die Hälfte reduzierten weiblichen Blüten plaziert.

Der trockene Pollen bleibt jahrelang keimfähig und bildet in dieser Form einen Handelsartikel. Schon seit Jahrtausenden kam es so zum Pollenaustausch, denn die Herkunft des Pollens übt einen entscheidenen Einfluß auf die Größe, Reifung und Qualität der Früchte aus.
Heutzutage haben sich Unternehmen auf die Produktion männlicher Pollen spezialisiert. Neue Plantagen werden mit ausschließlich weiblichen Jungpflanzen angelegt. Das Verhältnis der männlichen zu den weiblichen Palmen hat sich daher in den letzten Jahren auf 1:30 reduziert.

Nach erfolgter Bestäubung reifen die weiblichen Anlagen innerhalb von fünf bis sechs Monaten zu pflaumengroßen Früchten heran. Von den drei Fruchtknoten pro Blüte entwickelt sich meist nur einer zu einer fleischigen Steinfrucht. Also entwickeln sich etwa 300 bis 500 Früchte pro Blütenstand.
Dattelpalmen tragen im allgemeinen zuerst nach fünf Jahren Früchte. Höchsterträge liefern sie zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr (manche auch bis zum 80.). Pro Baum pro Ernte kann man durchschnittlich 70 kg frische Früchte ernten, maximal 150 kg. Dattelpalmen leben etwa 200 Jahre.

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