Botanik

 

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Mangifera indica

Ordnung: Sapindales
Familie: Anacardiaceae
(Nierenbaumgewächse; Sumachgewächse)

  

 

Klick in den Baum
 Baum:

Der Mangobaum ist sehr schnellwüchsig, in 6 Jahren kann er bis zu 6 m hoch werden. Ausgewachsen erreicht er ohne Probleme eine Höhe von 10-35 m, wobei er in Kultur jedoch meist kleiner als 30 m gehalten wird, da die gesamten Nährstoffe für die Fruchtentwicklung verwendet werden sollen.

Er besitzt ein breites gerundetes, dichtes und immergrünes Blätterdach, dass bis zu 30-40 m weit sein kann und eine aufrechte, relativ schlanke Krone.
Aufgrund seines großen Blätterdaches ist der Mangobaum ein idealer Schattenspender.
Weiterhin hat der Baum eine sehr tiefe Pfahlwurzel (6 - 8m), deswegen benötigt er auch eine tiefgründige Wachstumsunterlage.
Sandige Böden sind dabei eher ungeeignet, sonst ist der Mangobaum rellativ anspruchslos.
Das Wurzelsystem eines 20 jährigen Baumes kann gewaltig sein - bis zu 7, 5 m im Durchmesser, wobei der Mangobaum, zusätzlich zu der mächtigen Pfahlwurzel, auch ein weites Seitenwurzelsystem besitzt.

Mangobäume sind sehr langlebig, einige können bis zu mehreren hundert Jahren alt werden und tragen dabei immer noch Fruechte.

 

junge Mangofrüchte
am Baum
 Blätter:

Die wechselständigen, lanzettförmigen Blätter entstehen i.d.R. an den Enden der Äste und an unzähligen Zweigen, die wie lange Schnüre nach unten hängen.

Der Mangobaum ist immergrün , da in periodischen Abständen unregelmäßig neue Blätter nachwachsen - junge Blaetter sind dabei gelblich bis weinrot (wie viele tropische Bäume) und hängen herunter, was man als "Laubschütte" bezeichnet. Hierbei handelt es sich um ein physiologisches Phänomen, welches auftritt, wenn das Festigungsgewebe und das Chlorophyll sich erst nach dem Austrieb bilden. Die fertigen Blätter werden dann dunkelgrün, lederartig und glänzend.
Sie können bis zu 30 cm lang und 4 - 5 cm breit werden und besitzen eine hellgrüne, sehr auffällige Mittelrippe, beim Zerreiben riechen sie nach Terpentin.

 
 Blüten: Ein Mangobaum hat etwa 500 - 10.000 gelblich bis rötliche Blüten, die bis zu über 2/3 männlich sein können - die restlichen sind hermaphroditisch (zwittrig, sie besitzen Staub- und Fruchtblätter). Die Blüten entstehen oft zwei Mal pro Jahr in aufrechten Rispen von 5 - 40 cm Höhe, welche aus den vielen einzelnen Blüten, die nur wenige mm groß sind, bestehen.
Von den vier Staubblättern ist nur ein einziges fertil, dh. es gibt demnach auch wenig Pollen und in der Konsequenz auch wenige Früchte - ein Mangobaum kann z.B. über 10.000 Blueten haben und dennoch lediglich 40 Fruechte tragen. I.d.R kann man sagen, daß nur rund 1% der Blüten befruchtet werden.
Die Hauptblütezeit fällt in die Monate Dezember bis März.

 

brasilianische Mango

 

 

 

 

 

 

 

 

 


afrikanische Mango

 

 

 

 

 

 

 


Größenvergleich
 Früchte:

Die Frucht des Mangobaum ist eigentlich ein oberständiger Fruchtknoten mit einer Samenanlage, die sich zu einer unterschiedlich grossen Steinfrucht entwickelt.
Die Variabilität der Früchte ist in der Tat sehr hoch, sowohl in Farbe, Form, Geschmack und Qualität.
Die Mango ist eine Steinfrucht mit einem länglich ovalem, abgeflachten "Stein", der einen ebensolchen Samen enthält. Der Stein ist schwer zu entfernen und auf der Oberfläche stark behaart.

Reife Früchte können eine Länge von bis zu 25 cm und ein Gewicht von bis zu 2 kg erreichen, die Mangos, die in den Handel kommen sind allerdings oft kleiner und haben ein Gewicht zwischen 150 und 675g.
Die Schale ist dünn, etwas ledrig und riecht terpentinähnlich. In der Farbgebung weist die Schale der Mango oft Unterschiede auf, sie kann gelb, grün oder rot sein oder alle Farben nebeneinander aufweisen, wie die Mango links im Bild. Die Farbe ist dabei nicht ausschlaggebend für die Reife der Frucht - im unreifen Zustand sind zwar alle Früchte grün, doch gibt es durchaus auch solche, die im reifen Zustand immer noch die grüne Färbung aufweisen - man testet die Reife einer Frucht also besser durch einen Druck auf die Schale , um die Härte der Frucht zu bestimmen.
Das Fruchtfleisch ist gelb - orange, je nach Sorte mehr oder weniger faserig und riecht sehr aromatisch. Die ursprünglichen Mangofrüchte wiesen noch den typischen terpentinartigen Geschmack auf (verursacht durch den Terpengehalt), der bei den heutigen Kultursorten allerdings kaum noch vorhanden bzw. nicht sehr ausgeprägt ist, da er für die meisten Menschen - bes. in Europa - unangenehm ist.

In der Mitte der Mangofrucht befindet sich der abgeflachte "Kern", der relativ groß und oval ist. Er umschließt entweder nur einen Keimling oder 2 - 12, je nachdem nennt man ihn dann monoembryonisch oder polyembryonisch. Indische Mangos sind oft monoembryonisch, wobei die ostasiatischen Sorten i.d.R. polyembryonisch sind. Es entwickelt sich aber bei den polyembryonischen Pflanzen auch immer nur ein Embryo aus der befruchteten Eizelle - dieser stimmt dann natürlich nicht mehr genetisch mit seiner Mutterpflanze überein und ist für eine Züchtung denkbar ungeeignet. Trotzdem spielt er für die Entwicklung neuer Kultursorten eine gewisse Rolle.
I.d.R. wendet man die Methode der vegetativen Vermehrung an (an Stelle der Aussaat der genetisch mit der Mutterpflanze identischen Keimlinge), da diese deutlich weniger Zeit beansprucht - man okuliert dabei die Stecklinge und erhält so schon nach 3-4 Jahren die ersten Früchte, also ganze 2-3 Jahre eher als bei der Aussaat.

DIe Erntezeit der reifen Früchte beschränkt sich auf maximal 3 Monate - eine relativ kurze Zeit, was eine wirtschaftliche Nutzung der Mangopflanze - zumindest in den subtropischen Gebieten ohne die ausgeprägten Trocken- und Feuchtperioden (vgl. Geografie) - erschwert.

   Sorten:

Insgesamt gibt es über 2500 Mangosorten, wobei man noch die "Sorten" dazu zählen muß, die im biologischen Sinne eigentlich keine richtige Sorte sind - allein in Indien findet man mehr als 1000 verschiedenen Sorten.
Im allgemeinen unterscheidet man zwischen 2 (3) Hauptgruppen:

indische Mangos:
* Mulgoba: Zentralindien, herzförmig, Qualität guter Durchschnitt, gelbe Frucht
- davon abstammend: Sensation (USA),
Kent (Kenia), Tommy Atkins (Kolumbien), Zill
(Südafrika), Haden (USA), Peach (Australien)

*
Alphonso: Westindien, nierenförmig, Top -
Sorte, teuer, gelbe Frucht
* Langra
* Pathiri
(Thailand, Sudan)

ostasiatische Mangos:
- indonesische Mangos
- indische Mangos

Man versuchte im Laufe der Zeit auch immer wieder, Pflanzen zu selektieren, die wirtschaftliche Vorzüge bringen - dies gestaltet sich jedoch als äußerst schwierig, da die gezielte Bestäubung sehr aufwändig ist und die lange Generationszeit ein Problem des Selektionsprozesses darstellt. Man greift deshalb immer wieder auf die Methoden der vegetativen Vermehrung zurück.
Wilde Mangos findet man noch in Sri Lanka, Indien und Bangladesh.

Genaueres zur Witschaft

   Schädlinge:

 * Holocastes tuberculans, eine
Schildlaus - das Weibchen befällt die
Früchte und Blätter des Mangobaumes und frißt sich durch die Haut in das Fruchtfleisch

=>
Bekämpfung durch eine parasitäre Wespe, die ihre Eier in das Insekt legt, wobei die sich entwickelnden Larven die Schildlaus auffressen.

* Rüsselkäfer (Sternochetus mangi ferae Fabricius), 6-9 cm lang, legen Eier in die Schale der Mango, die Larve wandert in den Kern und entwickelt sich dort
=> Bekämpfung mittels Insektizid

* Wanze, schneidet kleine Stücke aus der Schale der Mango und ernährt sich vom Saft, was ein frühzeitiges Abfallen der Früchte zur Folge hat
* Mittelmeer- & Natal- Fruchtfliege, legen Eier unter die Schale der Mangofrucht, in der sich dann die Larven entwickeln
=> Bekämpfung mittels Pheromonfallen und ggf. mit einem selektiven, biologisch abbaubaren Insektizid

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