Krebstiere
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Einsiedlerkrebs (Pagurus bernhardus)

35-Einsiedlerkrebs(3)

Der Einsiedlerkrebs ist ein besonderer Vertreter der Zehnfußkrebse. Er lebt in einem leeren Schneckenhaus, das er ständig hinter sich her schleift. Dementsprechend ist sein Körperbau besonders an diese Lebensweise angepasst.
Der Cephalothorax wird von einem kalkigen Panzer geschützt.

Der Hinterleib ist weichhäutig und liegt - dem rechtsgewundenen Schneckenhaus entsprechend ebenfalls rechts gedreht - geschützt im Schneckengehäuse.
Wegen dieser Haltung sind die Beine auf der rechten Seite im Laufe der Evolution verschwunden. Die linksseitigen sind ausgebildet und sorgen für den nötigen Atemwasserstrom für die Hautatmung am Hinterleib.
Die letzten Beinpaare sind mit Klammerhaken besetzt, mit denen sich der Krebs im Gehäuse festhält.

Die Beine am Cephalothorax sind alle paarig vorhanden. Das erste Beinpaar trägt unterschiedlich große Scheren- Die linke ist kleiner und dient dem Krebs zum Greifen, die rechte Schere ist größer und funktioniert als "Tür" für die Schneckenhausöffnung. Ihre Form wird bei der Häutung an die Form der Öffnung des neuen Hauses angepasst.

36-Zeichnung vom Körperbau Einsiedlerkrebs(3)
Zeichnung des angepassten Körperbaus des Einsiedlerkrebses
Das zweite und dritte Beinpaar dient der Fortbewegung.
Das vierte und fünfte sind mit kleinen Scheren zum Festklammern im Gehäuse versehen.

Am liebsten frisst der Einsiedlerkrebs Kleintiere und Detritus. Er ertastet die Beute und führt sie dann mit den Scheren zum Mund.

72-Frontalansicht Einsiedlerkrebs(1)
Vorderansicht des Einsiedlerkrebses

37-Stachelpolypen auf Einsiedlerkrebs
(17)
Einsielderkrebs mit stachelpolypenüberzogenem Gehäuse
Wenn man sich das Haus des Einsiedlerkrebses mal genauer anschaut, entdeckt man häufig einen bräunlichen, stacheligen Überzug. Dies sind Stachelpolypen, die in großen Kolonien auf dem Schneckengehäuse leben und eine Symbiose mit dem Krebs bilden. Sie vergrößern das Schneckengehäuse, indem sie mit ihrer harten Kruste über den Mündungsrand des Schneckengehäuses hinauswachsen.
Im Gegenzug dazu "versorgt" der Krebs durch das Schleifen des Hauses die Polypen durch Aufwirbeln der Bodenfauna - und damit von Detritus - mit Nahrung.