Borstenwürmer
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Wattwurm (Arenicola marina)

04-Wattwurm(4)

Der wohl bekannteste Vertreter der Wattfauna lebt im Sand- und Mischwatt.
Am ehesten fallen die Kothaufen auf, die wie Spaghettihäufchen im Watt verteilt zu finden. Sie liegen an der Öffnung der U-förmigen Wohnröhre, die bei erwachsenen Tieren 20 bis 30 cm tief in den Boden reichen kann und deren Wände durch Schleim verfestigt sind.

Zum Fressen liegt der Wattwurm im kurzen waagerechten Teil seines Ganges und nimmt durch Ausstülpen seines Rüssels Sand auf, in dem Bakterien, Algen und Detritus enthalten sind. Da der Wurm immer an der gleichen Stelle frisst, rutscht der Sand ständig nach, so dass an der Oberfläche ein sichtbarer Trichter entsteht. Er liegt am Ende des Fressgangs, der zusammen mit dem Wohngang die U-förmige Röhre bildet.

 03-Querschnitt 
        durch Wattwrumwohnröhre
 (8)
 Querschnitt durch die Wohnröhre des Wattwurms
 02-Zeichnung 
        des Wohngangs
 (2)
 Zeichnung des Wohngangs mit Strömungsrichtungen

Durch regelmäßige Körperbewegungen erzeugt der Wattwurm einen Wasserstrom, der durch den Kotgang ein- und den Fressgang ausströmt. So sichert der Wurm eine ständige Zufuhr von neuen Nährstoffen, die in den Sandpartikeln hängen bleiben, sowie ständig frisches Atemwasser, aus dem er mit Hilfe der Kiemenbüschel an seinem Mittelleib Sauerstoff aufnimmt.
Schließlich kriecht der Wurm alle 30 Minuten an die Oberfläche, um den "verdauten" Sand in Form einer Sandschnur am Ende des Kotgangs wieder abzugeben.

01-Trichter 
        mit Kothaufen
(1)
zusammengehörender Trichter und Kothaufen

Anpassung an den abiotischen Faktor Sauerstoff

Um sich an die schwierigen O2-Verhältnisse im Wattboden anzupassen, hat sich der Wattwurm doppelt gut angepasst. Er hat zwei Möglichkeiten, um den O2-Mangel auszugleichen.

Fehlt seinem Lebensraum Sauerstoff, kann er seine Energie aus einem anaeroben Abbauprozess gewinnen. Er betreibt dann die sog. Gärung, bei der Glykogen gespalten und u.a. Sauerstoff freigesetzt wird. Auf diese Weise kann er bis zu 9 Tage ohne O2 überleben!

Zum anderen besitzt der Wattwurm den roten Blutfarbstoff Hämoglobin (Häm), was selten bei Wirbellosen vorkommt.
Hämoglobin ist besonders stark Sauerstoff bindend, so dass selbst bei O
2-Mangel noch genügend Sauerstoff aus der Umgebung gebunden werden kann. ZUsätzlich hat das Häm die Fähigkeit, den giftigen Schwefelwasserstoff zu oxidieren und so unschädlich zu machen.

 

AUFGABE:
Vergleichen Sie den Energiegewinn bei der Gärung mit dem bei der "normalen" Atmung, indem sie die chemischen Gleichungen gegenüberstellen. Welche Form der Energiegewinnung ist ertragreicher?

FRAGE:
Der frühe Vogel fängt den Wurm - oder doch nicht? Versuchen sie zu recherchieren, warum man sagt, der Wattwurm habe 33 Leben! Tip: Es hängt mit dem Körperbau zusammen!