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Home > eMuseum > 4.2 Reichskrise

Ein historischer Rundgang


Die Zeit der Reichskrise 

In der Zeit von 235 bis 284 n.Chr. befand sich das römische Im­perium in einer tief­grei­fenden Kri­se. Be­son­de­rer Aus­druck die­ser Kri­se ist die Ent­stehung so­genannter ‚Sonder­reiche‘ auf römischem Territorium. Im Jahr 260 n.Chr. spalteten sich die west­lichen Prov­inzen unter dem Usur­pator Postumus vom Römi­schen Reich ab. In Kon­kurrenz zur ‚ewigen Stadt‘ Rom etablier­te Postumus sein Herrschafts­zentrum in Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium). Dort war bereits unter seinem Vor­gänger eine Münz­stätte ein­gerichtet worden, die Postumus nun übernahm. Einige der Herrscher dieses von 260 bis 274 exis­tieren­den ‚Gallischen Sonder­reiches‘ lassen sich hauptsächlich durch die in Köln, Trier (Augusta Treverorum) und Mai­land (Mediolanum) geprägten Münzen nachweisen.

Parallel zum ‚Gallischen Sonder­reich‘ entstand im Osten noch ein weiteres Sonder­reich, dessen Haupt­stadt Pal­myra war. Die Münzen des Pal­myrenischen Sonder­reiches wurden in Antiochia am Orontes und in Alexandria geprägt. Odaenathus, der Fürst von Pal­myra, hat die Ober­herrschaft des römischen Kaisers zunächst an­erkannt, was auch dadurch zum Aus­druck kam, dass auf dem A­vers der in Antiochia und Alexandria geprägten Münzen der römische Kaiser dargestellt wurde.

Als im Jahr 270 n. Chr. der römische Kai­ser Aurelian auf den Thron kam, sah er es als seine Haupt­auf­gabe an, die Ei­nheit des Rei­ches wieder her­zu­stellen. Die mit der Si­cherung der Donau­grenze be­trau­ten Truppen wurden überwiegend mit Mün­zen bezahlt, die in Siscia (Sisik), Serdica (Sofia) und Kyzikos ge­prägt wurden. Nach­dem Aurelian die Si­cherung der Donau­grenze gelungen war, begann er mit der Auf­lösung der Sonder­reiche, in­dem er zuerst (272) das Pal­myrenische Sonder­reich unterwarf und schließlich (Herbst 274) auch die Pro­vinzen des Gallischen Sonder­reiches wieder in das Römische Reich ein­gliederte. (ah)

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