Logo
Home > eMuseum > 8.3 Laserscan

Die Erforschung der Sammlung Roth


Laserscan

Um die Münzen der Samm­lung Roth präzise be­stimmen zu können, ist in aller Re­gel die korrekte Le­sung der so­genannten ‚Bei­zeichen‘ nötig: Es handelt sich hierbei um emissions­kritische Zei­chen (Buchstaben, Zahlen, Symbole), die aus organisa­torischen Gründen dem Münz­stempel von der Münz­ver­waltung bei­gegeben wurden. Durch Ab­rieb, Korrosion oder Präge­fehler sind diese Zei­chen bei antiken Mün­zen teil­weise nur schwer zu er­kennen. Im Falle einer in der kaiser­lichen Münz­stätte Trier her­gestellten Prägung (Inv. roth13448) des spät­römischen Kai­sers Con­stantius II. (reg. 337–361) ließ sich eines der Bei­zeichen weder mit bloßem Au­ge noch mit den üblichen optischen Ver­fahren (Streif­licht, Lupe, hochauf­lösendes Foto, Stereo­mikroskop) er­kennen. In diesem Fall half erst ein Laser­scan weiter: Mit diesem Ver­fahren konnte ein ansonsten nicht mehr sicht­bares ‚S‘ ge­lesen werden. So ließ sich zweifels­frei fest­stellen, in welcher Offizin (d.h. Werk­statt) der kaiser­lichen Münzstätte die Prägung her­gestellt worden ist: Das S steht als Ab­kürzung des latei­nischen ‚secunda‘ für die zweite Offizin. Ohne diese Fest­stellung wäre die korrekte Zu­ordnung der Prägung nicht möglich, die Er­kenntnis fließt nun un­mittelbar ein in den Sammlungs­katalog und das Digitale Münzkabinett. (ju) 

Das Bild zeigt unten den Laser­scanner bei der Auf­nahme der Münze und oben verschiedene auf Basis des Scans erzeugte Visualisierungen der Münze. Per Klick unten auf den Button ‚Münzen anzeigen‘ können Sie den Objekt­eintrag im Digitalen Münz­kabinett auf­rufen und sich davon überzeugen, dass auf der Münzrückseite mittig unterhalb des Bildes die Buch­staben ‚TR‘ (für Trier) zu er­kennen sind, sich auf einem normalen Foto das darauf folgende ‚S‘ aber (auch in der vergrößerten Ansicht) nicht lesen lässt. 

© 2016 - 2017 Münzkabinett der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Creative Commons Lizenzvertrag