Artemisia absinthum L.

Fam. Asteraceae, Ord. Asterales

WERMUT, ABSINTH

engl. wormwood, frz. absinthe

BAU & EIGENSCHAFTEN

Wermut ist ein ausdauernder Halbstrauch, der bis zu 1 m hoch wird. Seine Blätter sind dreifach fiederspaltig mit lanzettlicher Form in den einzelnen Abschnitten und werden nach oben hin immer einfacher. Die ganze Pflanze ist behaart, wodurch sie einen silbergrauen Schimmer erhält. An den Enden seiner Sprosse trägt der Wermut, wie der Beifuß und die Eberraute, Rispen mit kugeligen, gelben Blütenkörbchen. Wermut kann als junge Pflanze leicht mit Beifuß verwechselt werden, bleibt aber meist kleiner als dieser. Die Stengel und Blütenfarbe des Beifuß ist im Gegensatz zu der des Wermut oft rötlich überlaufen.

INHALTSSTOFFE, VERWENDUNG & TOXIKOLOGIE

Wermut gilt als Magenheilmittel und wirkt verdauungsfördernd. In der Küche wird er genauso verwendet wie Beifuß, d. h. er ist eine hervorragende Zutat für alle fetten Speisen. Sein Aroma ist auf den hohen Gehalt an etherischen Ölen mit bis zu 70 % Thujon und 12 % Thujol zurückzuführen. Dazu kommen glycosidische Bitterstoffe wie Absinthin. In dem alkoholischen Getränk „Absinth“, das trotz Verbotes in manchen europäischen Ländern noch erhältlich ist, wird das etherische Öl aus Artemisia absinthum nebst Bitterstoffen in 60-prozentigem Alkohol gelöst. Thujon und Thujol sind sehr giftige Stoffe, die bei Überdosierung und bei chronischem Missbrauch zu schweren zentralnervösen Störungen führen. Unter anderem wurden psychische Veränderungen, schwere Schäden des Nervus opticus und epileptische Anfälle beobachtet. Bei schwangeren Frauen kann das etherische Öl aus Artemisia absinthum zu Fehlgeburten führen. Wermutweine werden häufig mit weniger bitteren Arten (Artemisia pontica, Römischer Wermut und Artemisia maritima, Strandwermut) zubereitet.