THUJON

Hauptanteil des etherischen Öls in WERMUT (ABSINTH), Salbei und Beifuß

Thujon

STOFFGRUPPE: BIZYKLISCHES MONOTERPEN

Thujon ist wie Thujol ein bizyklisches Monoterpen, gehört also zur Stoffklasse der Isoprenoide. Als Bestandteil der etherischen Öle ist Thujon unter anderem in Thuja (Namensgebung), Thymian, Wermut, Rainfarn, Rosmarin, Beifuß und im Echten Salbei enthalten. Thujon (mit einer Ketogruppe) ist wie Thujol, sein alkoholischer Verwandter (Alkoholgruppe), in hohen Dosierungen giftig.

WIRKUNG, VERWENDUNG & TOXIKOLOGIE

Das Nervengift Thujon wirkt bei richtiger therapeutischer Dosierung krampflösend, desinfizierend, schweißhemmend und schmerzberuhigend. Als Tee oder Tinktur hilft Wermut bei Magen-, Darm- und Gallenbeschwerden wie Magenkrämpfen, Gallensteinen, vermindertem Säuregehalt des Magensaftes, Durchfall, gegen Erbrechen und Blähungen, da er die Sekretion von Galle und Bauchspeichel fördert.

Es konnte gezeigt werden, dass Thujon (insbesondere α-Thujon) und dessen Metaboliten (vor allem 7-Hydoxy-α-thujon) zu einem neurotoxisch stimulierenden Effekt durch Modulation von GABA-Rezeptoren führen. (GABA-Rezeptoren sind inhibitorische Rezeptoren, die durch Ausschüttung des Neurotransmitters γ-Aminobuttersäure (GABA) hemmend wirken und Reaktionen abschwächen). Der stimulierende (enthemmende) Effekt von Wermut-Inhaltsstoffen führte Anfang des 20. Jhdts. zu einem Verbot von Absinth. Seit 1998 sind aber Spirituosen mit Absinthöl wieder zugelassen.
Überdosierung des toxischen Thujons führt zu Erbrechen, Magen-Darmkrämpfen, Harnverhaltung, Benommenheit, Nierenschäden und zentralen Störungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Krämpfen.