Anethum graveolens L.

Fam. Apiaceae, Ord. Apiales

DILL

engl. dill, frz. aneth odorant

BAU & EIGENSCHAFTEN

Dill ist wie Sellerie einjährig, er wird bis zu 1 m hoch und besitzt auffällig schmale Fiederblätter. Die großen Blütenstände sind tragblattlose, 15 bis 30-strahlige Doppeldolden, sein Früchte sind Doppelachaenen. Dill gehört mit Fenchel, Liebstöckel und Petersilie zu den gelbblühenden Arten der Doldenblütler. Er stammt aus dem Orient, ist heute aber in allen Teilen Europas verbreitet. Man verwendet die feingeschnittenen getrockneten Blätter (Dillspitzen), aber auch die stärkeren Pflanzenteile.

INHALTSSTOFFE & VERWENDUNG

Frisches Dillkraut enthält 0,35 % etherisches Öl, das aus 40 - 60 % Carvon neben Phellandren, Limonen und Terpinen (monozyklische Monoterpene) zusammengesetzt ist. Dillkraut wird vor allem zum Würzen von eingelegten Gurken verwendet, eignet sich aber auch als Gewürz für Salate, Soßen, zu Fisch und Fleisch und zur Herstellung von Kräuterbutter. Dillfrüchte, die neben 10 bis 20 % fetten Ölen 2,5 bis 4 % etherische Öle enthalten, werden hauptsächlich zum Einlegen von Essiggurken verwendet, daneben benutzt man sie zur Destillation von Dillöl für die Likörindustrie. Dill wirkt appetitanregend und blähungstreibend.

ANBAU UND ERNTE
Für die Kultivierung von Dill im Freiland eignet sich lockerer und kalkhaltiger Boden. An sonnigen bis halbschattigen und windgeschützen Orten ohne Staunässe sind die Pflanzen recht pflegeleicht. An einem geeigneten Standort sät sich Dill im Herbst auch selber aus, so das keine Aussaat im Folgejahr nötig ist. Alternativ können auch die Samen der letzen Pflanzen gegen Ende September gesammelt und zur Aussaat ausgestreut werden. Dill gedeiht am besten, wenn man ihn in Reihen mit einem Abstand von 20-30 cm setzt oder zwischen anderen Kräutern oder Gemüse wie Möhren, Salat oder Zwiebeln pflanzt. Das Saatgut des Dunkelkeimers wird 1 bis 2cm unter die Erde gebracht und keimt dann gewöhnlich innerhalb von 10 bis17 Tagen. Um die Keimfähigkeit zu erhöhen kann man das Saatgut vor der Saat kurz mit kaltem Wasser waschen. Da Dill zunächst ein langsames Wachstum aufweist, leiden die jungen Pflanzen unter Unkrautkonkurrenz und müssen besonders während der Anzucht regelmäßig durch Jäten unterstütz werden. Dennoch sollte Dill nicht in Vorkultur angezogen werden, da die empfindlichen Wurzeln Pikieren und Umtopfen meist nicht vertragen. Findet man für die bis zu 1m großen Pflanzen einen geeigneten Standort, ist auch der ganzjährige Anbau in Topfkultur möglich. Die erste Aussaat kann von März bis Juni erfolgen. Möchte man das ganze Jahr ernten, können bis August alle 3 bis 4 Wochen Folgesaaten ausgebracht werden. Die Dillfrüchte können dann bis September geerntet werden, das grüne Kraut erntet man bis August, wobei man die Pflanzen im Frühjahr ab einer Wuchshöhe von etwa 20cm schneiden sollte um den Blattwuchs zu unterstützen.