Allium sativum L.

Fam. Alliaceae, Ord. Asparagales

KNOBLAUCH

engl. garlic, frz. ail

Knoblauch

BAU & EIGENSCHAFTEN

Die Zwiebel des Knoblauchs ist aus mehreren Zehen zusammengesetzt. Eine solche Zehe setzt sich aus dem von einem fleischigen, verdickten Niederblatt umgebenen Vegetationskegel und dem schützenden Hüllblatt zusammen. Jeweils 3 bis 5 dieser Zehen sind von einem weißen, trockenen Niederblatt umgeben. Eine Knoblauchzehe ist morphologisch betrachtet eine kollaterale Beiknospe eines Blattes. Aus dem Vegetationskegel des Sprosses wächst im Frühjahr ein Infloreszenzspross hervor, der von unten bis etwa zur Mitte breitlineale, nach oben spitz zulaufende Blätter enthält. Diese sind glattrandig und unterseits gekielt. Der Spross kann 50 bis 70 cm hoch werden. Die doldenförmige Infloreszenz, eine Scheindolde, enthält langgestielte, rosafarbene Einzelblüten. Der gesamte Blütenstand ist von einem Hochblatt umgeben.

INHALTSSTOFFE, VERWENDUNG & TOXIKOLOGIE

Schneidet man eine Knoblauchzehe an, so entwickelt sich durch Einwirkung der Allinase Allicin aus Alliin. Allicin wirkt antibiotisch. Im etherischen Öl des Knoblauchs findet man 60 % Diallylsulfid neben 20 % Diallyltrisulfid und 6 % Allylpropyldisulfid. Seit mehr als 5000 Jahren nutzt man Knoblauch arzneilich. Im Mittelalter glaubte man, fast jede Krankheit mit Knoblauch heilen zu können. Da er antibakteriell wirkt, kann man ihn sowohl äußerlich (bei Entzündungen und Wunden) als auch innerlich (bei Gärungsprozessen im Darm) anwenden. Knoblauchsaft erweitert die Gefäße, senkt den Spiegel an schädlichem Cholesterin und hemmt die Thrombozytenaggregation (Zusammenkleben von Blutplättchen). Knoblauch wird in den Balkanstaaten, im Orient und in Südamerika als Gewürz für zahlreiche Speisen genutzt. Ein Hauch von Knoblauch passt zu vielen Gerichten und wird auch bei uns gerne angewendet. In den bei uns mittlerweile sehr beliebten Beilagen Aioli (Knoblauch-Mayonaise) und Tsatsiki (Knoblauchquark) sind allerdings sehr große Mengen Knoblauch enthalten. Als Gegenmittel gegen den unangenehmen Geruch, der auch über die Haut wieder ausgeschieden wird, ist frische Petersilie oder Zitrone und Honig zu empfehlen.

ANBAU UND ERNTE

Knoblauch wird schon sehr lange in Kultur angebaut. Ursprünglich stammt er aus Zentralasien. Die Samen haben ihre Keimfähigkeit verloren, deshalb wird Knoblauch heute nur noch vegetativ vermehrt. Man verwendet am besten käuflichen Pflanzknoblauch. Die Knoblauchzehen sollten im März/April in sandige Erde gesteckt werden, sodass die Spitzen etwa 2 cm unter die Erdoberfläche kommen. Baut man ihn flächig an, sollte man einen Reihenabstand von etwa 25 cm einhalten und innerhalb einer Reihe etwa 15 cm zwischen den Pflanzen. Knoblauch kann aber auch gut in Mischkulturen angebaut werden, etwa zwischen Möhren. Pflegetipp: Düngen mit etwas Kompost, nur bei anhaltender Trockenheit sparsam gießen. Ab Juli kann der vielzehige Knoblauch geerntet werden. Soll er getrocknet werden, wird er erst im Spätsommer geerntet und sonnengetrocknet.