Allium cepa L.

Fam. Alliaceae, Ord. Asparagales

KÜCHENZWIEBEL

engl. onion, frz. oignon

BAU & EIGENSCHAFTEN

Die Heimat der Küchenzwiebel ist Mittelasien, von dort ist sie auch ins Mittelmeergebiet gebracht worden. Die Zwiebel ist ein Organ, das mehrjährigen Pflanzen die unterirdische Überwinterung ermöglicht. Sie besteht aus dem zum Zwiebelkuchen gestauchten Spross und Unterblättern, die fleischig verdickt sind und Speicherstoffe enthalten. Im Frühjahr treiben grüne, röhrenförmige Oberblätter aus. Im zweiten Jahr blüht die Zwiebel weiß in einer kugelförmigen Scheindolde. Zwiebeln bilden Samen aus, können sich aber auch vegetativ durch Brutzwiebeln vermehren.

INHALTSSTOFFE, VERWENDUNG & TOXIKOLOGIE

Die Zwiebel lagert als Speicherstoff Zucker in einer Menge von 10% ein, dadurch entsteht ihr süßer Geschmack. Zudem enthält die Zwiebel viel Vitamin C. Für den Geruch und den Geschmack der angeschnittenen Zwiebel sind vier schwefeloxidhaltige, nichtproteinogene Aminosäuren verantwortlich, die 1-5% des Trockengewichts der Zwiebel ausmachen. Das Alliin als eine dieser Aminosäuren ist am besten untersucht. Bei der Zerstörung der Zellen kommt das Enzym Allinase aus der Vakuole mit dem Alliin zusammen, das sich im Cytoplasma befindet und es entstehen eine Reihe schwefelhaltiger, organischer Verbindungen, unter anderem das Allicin. Auf das Allicin lässt sich die antibakteriellen Wirkung der Zwiebel zurückführen. Der Stoff, der beim Zwiebelschneiden die Augen reizt, ist das Propanthialsulfoxid, ein weiteres Reaktionsprodukt. Die Küchenzwiebel wird sowohl als Gewürz als auch als Gemüse verwendet. Es gibt sie in zahlreichen Größen und Farb- und Geschmacksvarianten. Die kleinste ist die Silber- oder Perlzwiebel, die größte die Gemüse- oder Suppenzwiebel.

ANBAU UND ERNTE

Die Küchenzwiebel kann über Steckzwiebeln vermehrt werden, die über den Winter gelagert werden müssen. Für Sommerzwiebeln werden die kleinen Steckzwiebeln im folgenden Frühjahr, für Winterzwiebeln im folgenden Spätsommer in einem Abstand von ca. 10-15 cm in die Erde gesteckt. Diese bilden einen Infloreszenzspross, der abgeknickt werde sollte, damit die Speicherstoffe der Zwiebel nicht für die Samenbildung verbraucht werden. Die äußeren Blätter der Zwiebel sterben ab und bilden die braunen Zwiebelschalen. Winterzwiebeln werden im April, Sommerzwiebeln im September geerntet.