Laurus nobilis L.

Fam. Lauraceae, Ord. Laurales

Lorbeer

engl. bay laurel, frz. laurier

Lorbeer

BAU & EIGENSCHAFTEN

Der Lorbeerbaum stammt aus Kleinasien. Schon bei den Sumerern und Römern wurde Laurus verwendet, allerdings um Siegerkränze zu winden. Er war das Zeichen des griechischen Gottes Apollon und ihm geweiht. Der echte Lorbeer ist ein winterhartes, bis 12 m hohes Laubgehölz mit dunklen, grünen, hartlaubigen Blättern. Der Lorbeerbaum kann bis zu hundert Jahre alt werden. Die Blätter sind wechselständig angeordnet, elliptisch, schmal geformt und an den Rändern glatt bis leicht gewellt. Ihr würziger Geruch ist charakteristisch. Ende April trägt der Baum weißliche Blüten in dreizähligen Wirteln, die zu schwarzen, eiförmigen Beeren (Bild!) ausreifen.

INHALTSSTOFFE, VERWENDUNG & TOXIKOLOGIE

In den Ölzellen seiner Blätter enthält der Lorbeer 0,8 bis 3 % etherische Öle, die aus zahlreichen Aromasubstanzen bestehen, von denen etwa 50 identifiziert wurden. Cineol ist mit ca 70 % der wichtigste Anteil. Es hilft bei Atemwegserkrankungen und wird wegen seines frischen Geruchs in der Parfumindustrie verwendet. Eugenol, Linalool, Geraniol und Terpene (Pinen) sind ebenfalls deutlich vertreten. Lorbeeröl wirkt desinfizierend und antiseptisch. Es wird häufig in der Tiermedizin verwendet (Eutersalbe). Von der äußeren Anwendung des puren öls wird abgeraten, da es allergen wirkt. Als Gewürz an Soßen, Brühen, Schmorgerichten genügt ein Blatt, welches mitgeschmort oder gekocht, aber nicht gegessen wird. Auch sauer eingelegte Gemüse und Sauerbraten würzt man mit Lorbeerblättern.

ANBAU UND ERNTE

Der Gewürzbaum wird in Südeuropa, Nordafrika, an der Schwarzmeerküste und auf der Halbinsel Krim angebaut. Zur bequemeren Ernte wird er in Kultur stark zurückgeschnitten. Die lederartigen, am Rand etwas gewellten Blätter werden mit der Hand gepflückt und im Schatten getrocknet. Die Früchte werden zur Gewinnung von Lorbeeröl, das medizinisch (Salben) verwendet wird, ausgepresst. In den kälteren Gebieten Deutschlands ist der Lorbeer nicht winterhart. Er kann in Kübeln an hellen, windgeschützten Orten mit humoser, nährstoffreicher Erde kultiviert werden. Dann muss die Pflanze aber frostfrei überwintert werden. Im Mittelmeerraum wächst der Lorbeer wild und prägt dort die Landschaft.