Melissa officinalis L.

Fam. Lamiaceae, Ord. Lamiales

MELISSE, ZITRONENMELISSE

engl. lemon balm, frz. boume

BAU & EIGENSCHAFTEN

Melisse wurde schon von den Alten Römern und Griechen als Heil- und Würzmittel verwendet. Die fast herzförmigen, am Rande gesägten Blätter der Melisse duften intensiv nach Zitrone. Man muss sie allerdings vor der Blüte ernten, da sie danach ihr Aroma negativ verändern. Die 60 bis 100 cm hohen, vierkantigen Sprosse sterben im Winter ab, der Wurzelstock ist aber ausdauernd und treibt im Frühjahr neu aus.

INHALTSSTOFFE & VERWENDUNG

Das etherische Öl der Blätter enthält als Hauptbestandteil Citral, Citronellal und Linalool. Der „Melissengeist“ ist eine Erfindung des Karmeliter-Ordens im 15. Jhdt. Ein weiterer Orden, die Benediktiner, brachte das Kraut aus Italien nach Deutschland. So ist die Melisse denn auch Grundstoff vieler Liköre, wie „Benediktiner“, „Abteilikör“ und „Karthäuser“. Melisse wirkt beruhigend und fördert den Gallenfluss. Frische Blätter werden zum Würzen von Salaten genutzt.

ANBAU UND ERNTE
Melisse braucht warme und windgeschützte Standorte mit Sonne oder Halbschatten. Die Kultivierung im Frühbeet kann ab Mitte März erfolgen. Der wärmebedürftige Lichtkeimer wird nur leicht mit Erde bedeckt und keimt dann nach etwa 21 bis 28 Tagen. Die Pflanzung ins Freiland ist ab Ende April möglich. Alternativ kann die mehrjährige Melisse auch im August oder September direkt ins Freiland gesät werden und dann im Folgejahr mit der Ernte begonnen werden. Geerntet werden die jungen Blätter und Triebspitzen kurz vor der Blüte laufend von Mai bis September.