Rosmarinus officinalis L.

Fam. Lamiaceae, Ord. Lamiales

ROSMARIN

engl. rosemary, frz. rosmarin

BAU & EIGENSCHAFTEN

Ein für die italienische und französische Küche bestimmendes Gewürz ist Rosmarin, ein im Mittelmeergebiet heimischer Halbstrauch. Rosmarin wird dementsprechend in Spanien, Portugal und Frankreich angebaut, aber auch in den USA und Nordafrika. Das ausdauernde Gewächs erreicht an passenden Standorten bis zu 2 m Höhe. In unseren Breiten wird Rosmarin als Topfkultur angeboten, da er nicht winterhart ist. An geschützten Standorten kann er aber dennoch einen milden Winter überstehen. Die 2 bis 3 cm langen Blätter sind auf der Unterseite behaart und so eingerollt, dass sie wie Nadeln aussehen. Die Pflanze blüht von Ende März bis Mai. Die kleinen, blassblauen Lippenblüten stehen im oberen Teil der Zweige in dichten Scheinquirlen zusammen. Rosmarin ist eine typische Bienenpflanze, sie liefert diesen reichlich Futter.

INHALTSSTOFFE & VERWENDUNG

Rosmarin wird als Gewürz gerne zu Gemüse gegeben; es eignet sich zu Bratkartoffeln ebensogut wie zur italienischen Fischsuppe und zur Hasenterrine.

Seine Blätter enthalten 1 bis 2,5 % etherisches Öl, mit den Hauptbestandteilen Cineol, Kampfer, Borneol und α-Pinen. Es kommen aber auch Terpineol, Verbenon und b-Pinen vor. Cineol ist dabei für den frischen, an Eukalyptus erinnernden Geschmack verantwortlich und Borneol steht für die scharfe, brennende Komponente. Rosmarin enthält Rosmarinsäure, die das besondere Interesse der Pharmazeuten findet, da sie beim Menschen als Antioxidans und Entzündungshemmer wirkt. Das Vorkommen von Rosmarinsäure als eine der Hauptkomponenten der sekundären Pflanzenstoffe ist typisch für die Lamiaceae und die Boraginaceae (Boretschgewächse).

Die medizinische Wirkung des Rosmarins ist seit dem Mittelalter bekannt. Die Pflanze wurde als Mittel gegen die Pest in Säckchen eingenäht um den Hals getragen. Äußerlich angewendet fördert Rosmarinextrakt die Durchblutung und wirkt belebend auf den Kreislauf. Auch bei Koliken, Rheuma und Gicht wird Rosmarin empfohlen. Es gibt ihn in Badesalz, als Rosmarinwein, als Tee oder als Rosmarin-Spiritus zum Einreiben. Auch die Kosmetikindustrie braucht große Mengen Rosmarinöl für die Parfümherstellung.