G l o s s a r

Acetylcholin: Transmitter, der an besondere Rezeptoren in der postsynaptischen Membran von motorischen Nervenbahnen bindet.

Acetylcholinesterase: Die Acetylcholinesterase ist ein Enzym, das Acetylcholinmoleküle in ihre Bausteine Essigsäure(Acetat)-Ionen und Cholin spaltet.

Adenosin: Adenosin ist ein Nukleosid bestehend aus der stickstoffhaltigen Base Adenin, die an eine Ribose, einen Fünfkohlenstoffzucker(=Pentose), gebunden ist. Es fungiert als Neurotransmitter mit ähnlicher Molekülstruktur wie Coffein. Coffein ist ein Agonist von Adenosin. Adenosin moduliert die Aussendung weiterer Botenstoffe, kann jedoch auch direkt z.B. auf Blutgefäße des Gehirns wirken.

Adenylatzyklase: Ein Enzym, das in der Zelle frei flottiert oder in die Membran eingebettet sein kann. Durch Bindung an bestimmte Rezeptoren, die von Hormonen oder Neurotransmittern besetzt sind, katalysiert die Adenylatzyklase die Bildung von cAMP (zyklisches Adenosinmonophsphat) aus ATP unter Abspaltung von Pyrophosphat katalysiert. cAMP ghört zu den Signalmolekülen, durch die bestimmte Reaktionen in der Zelle in Gang gesetzt werden.

Agonist: Ein Agonist (agere=lat. handeln, wirken) eine Substanz, die eine bestimmte Wirkung auf den Organismus oder Stoffwechsel ausübt, z.B. ein Hormon. Seine Wirkung kann von entsprechenden Antagonisten aufgehoben werden. Ein Opiat-Agonist ist beispielsweise das Morphin selbst, aber auch verwandte Stoffe wie Heroin oder Methadon sind Opiat-Agonisten, die eine ähnliche Wirkung wie das Morphin aufweisen.

Aktionspotential: Durch Erregung einer Zelle kurzzeitig hervorgerufene Veränderung (Depolarisation) des Membranpotentials (auch Spike oder Impuls). Ein Aktionspotential tritt entweder in voller Höhe auf oder es entsteht gar nicht (Alles-oder-Nichts-Prinzip).

Alkaloide: Alkaloide sind stickstoffhaltige Verbindungen, deren Stickstoffatome in ein Ringsystem eingebaut sind. Sie werden in der Regel in der Vakuole gespeichert. Alkaloide werden in Mikroorganismen, Pflanzen und Tieren gebildet. Sie dienen dort als Schutz vor dem Gefressenwerden.

Antagonist: Antagonist bedeutet soviel wie Gegenspieler. Im Fall des Morphin-Antagonisten hebt dieser z.B. die Wirkung des Morphin auf, da er kompetitiv mit dem Morphin um die Rezeptorstellen konkurriert und diese für das Morphin blockiert. Ein bekannter Opiat-Antagonist, der in der Medizin eingesetzt wird, ist das Naloxon, welches die Wirkung einer Überdosis Heroin in Sekundenschnelle aufhebt.

Axon (Neurit): Informationsableitender Somafortsatz, der bis zu 1m lang sein kann. Er dient der Weiterleitung von Impulsen zu den synaptischen Endknöpfchen.

Axonhügel: Als Axonhügel bezeichnet man die Stelle am Abgang des Axons vom Soma, an der die Membran die niedrigste Schwelle zur Weiterleitung eines Aktionspotentials besitzt. Die Schwelle des Somas und der Dendriten ist mindestens doppelt so groß wie die des Axonshügles. Fortgeleitete Aktionspotentiale entstehen daher in Motoneuronen und in den meisten anderen Nervenzellen am Axonhügel.

Blut-Hirn-Schranke: Die Blut-Hirn-Schranke entsteht durch eine besondere Schicht von Gliazellen, die die Blutkapillaren umgibt und deren Membranen und Fortsätze zu den Blutgefäßen hin "tight junctions" ausbildet. "Tight junctions" sind undurchlässige Verbindungen. Diese Zellschicht kann nur von kleinen, lipidlöslichen Molekülen durchdrungen werden. Der Sinn ist, Proteine, Fremdkörper und Schadstoffe vom Gehirn fern zu halten und stärkere Schwankungen im Gehirn-Milieu zu verhindern.

cAMP: Abkürzung für zyklisches Adenosinmonophosphat, welches in vielfältiger Weise stimulierend auf den Stoffwechsel der Zelle wirkt. Es wird auch als "second messenger" (sekundärer Botenstoff) bezeichnet, da es über den Zwischenschritt der Adenylatzyklase die Bindung eines Botenstoffes (Hormon oder Neurotransmitter) an seinen Rezeptor ins Innere der Zelle weitermeldet, indem es Proteinkinasen aktiviert. Es dient also der Signalübertragung in der Zelle.

Cholinesterase: Spaltet Acetylcholinmoleküle im synaptischen Spalt in Acetat-Ionen (Essigsäure-Ionen) und Cholin (ein Alkohol mit einem Stickstoffatom) = Abbau des Transmitters.

Dendriten: Meist reich verzweigte Ausläufer des Somas, die Informationen von anderen Nervenzellen oder Sinneszellen aufnehmen und an das Soma weiterleiten.

Endorphine: Körpereigene Substanzen, die eine mit dem Morphin vergleichbare schmerzstillende Wirkung besitzen und vor allem in körperlichen Extremsituationen ausgeschüttet werden (endogene Morphine).

Guarana: Guarana ist ein koffeinhaltiges Pulver aus den Früchten des Guarana-Strauches. Dieser wächst hauptsächlich in Südamerika und wird dort schon seit alters her von Indianern genutzt. Guarana hat eine etwas weniger stark aufputschende Wirkung als Kaffee und kann als Lebensmittelzusatz überall verwendet werden, z.B. in Müsli-Riegeln.

Inosit: Inositol ist ein Zucker-Alkaloid, der als Zuckeraustauschstoff verwendet werden kann. Für den menschlichen Stoffwechsel ist es nicht essentiell. kann aber als Zusatzstoff für Lebensmittel verwendet werden. Es wird im Stoffwechsel problemlos abgebaut. Gesundheitliche Bedenken bestehen nicht.

Ionenkanäle: Röhrenförmig angeordnete Proteinkomplexe, die in die sonst für Ionen kaum passierbare Zellmembran eingelagert sind und damit eine steuerbare Verbindung zwischen Innen- und Außenmedium der Zelle darstellen. Sie sind ionenspezifisch und man unterscheidet zwischen spannungsgesteuerten und chemisch gesteuerten Ionenkanälen.

Kolanuß: Colanüsse sind von ihrer Morphologie her keine Nüsse, sondern Sammelbalgfrüchte, die an mittelgroßen Bäumen (9 bis 12 m hoch),den Colabäumen (Cola verticillata; engl. cola tree) wachsen. Ein Balg wiegt zwischen 300 und 500 g. "Colanüsse" sind weiß bis rot gefärbt und werden beim Trocknen rotbraun.

In den Anbaugebieten des tropisch wachsenden Colabaumes kaut man die frischen Samen, die sich in den Balgfrüchten befinden. Sie wirken anregend und durststillend. Neben fast 50 % Kohlenhydraten enthalten Colasamen Gerbstoffe und bis zu 3,5 % Coffein, das an Catechinen gebunden vorliegt. Auch 0,05 % Theobromin ist in den Samen enthalten. In einigen afrikanischen Ländern mahlt man getrocknete Samen und trinkt sie in Milch und Honig aufgerührt. Cola ist Bestandteil einiger weltweit bekannter Erfrischungsgetränke. Schon 1886 entwickelte der Apotheker J. PEMBERTON aus Georgia die Rezeptur für Coca-Cola, die zu Beginn Alkohol, einen Extrakt aus der Colanuss und Cocain enthielt. Ursprünglich wurde die Mixtur gegen Kopfschmerzen und Müdigkeit empfohlen. Der Alkohol wurde bald durch Sodawasser ersetzt. 1892 wurde mit dieser Rezeptur die Coca-Cola-Company gegründet.

Markscheide: Bezeichnung für eine Hülle aus einer Schwann`schen Zelle, die das Axon zur Isolierung umgibt (auch Myelinscheide genannt). Nervenfasern mit solcher Isolierung nennt man markhaltige Nervenfasern.

Mate: Der tropisch-subtropische Matebaum (Ilex paraguariensis) gehört zu den immergrünen Gewächsen und erreicht eine Höhe bis zu 14 m. Er liefert mit seinen 5 bis 16 cm langen, am Rand gesägten Blättern ein schmackhaftes Getränk, das vor allem in Südamerika getrunken wird. Matetee wurde schon von den Indianern des Amazonasgebiets getrunken, bevor die Spanier das Land eroberten. 1587 lernten spanische Mönche dieses Getränk durch die Indianer kennen. Schon die Inkas tranken ihn aus einer Kürbisschale (daher der Begriff "mate", der in der Inkasprache "Kürbis" bedeutet). Der Coffeingehalt der Mate-Blätter liegt bei durchschnittlich 1,5 %. Die Blätter enthalten außerdem Gerbstoffe, Theobromin und Theophyllin und Spuren von Vanillin.

Membranpotential: Die über einer Membran liegende Spannung zwischen Außen- und Innenmedium einer Zelle. Es entsteht durch unterschiedliche Mengen geladenener Teilchen der Innen- und Außenseite der Membran.

Motorische Endplatte: Bezeichnung einer Synapse zwischen dem Axon eines Motoneurons und einer Muskelfaser. An dieser Stelle wird der Reiz in Muskelbewegung umgewandelt.

Neurotransmitter: Überträgerstoffe, die in Vesikeln (synaptischen Bläschen) im synaptischen Endknöpfchen gespeichert sind und auf einen erregenden Impuls hin in den synaptischen Spalt freigesetzt weren. An der angrenzenden Membran der Empfängerzelle docken sie an Rezeptoren an, wirken auf die Ionenkanäle und leiten so den Impuls weiter.

Phosphodiesterase: Ein Enzym, das cAMP in für die Signalweiterleitung inaktives AMP umwandelt.

Plazenta-Schranke: Sie reguliert den Übertritt von Stoffen aus dem Mutterkörper (Plazenta) in den Organismus des Fötus oder Embryos. Dadurch wird verhindert, daß schädigende Stoffe oder solche, die der Organismus des Kindes noch nicht abbauen kann, in diese gelangen können. Es gibt jedoch etliche Substanzen mit schädigender Wirkung, die trotzdem diese Schranke überwinden können.

Plazebo-Effekt: Ein "Plazebo" ist ein wirkstofffreies Scheinmedikament, dessen Effekt nicht auf die pharmakologische Wirkung der Substanz zurückführbar ist, da es eine solche eben nicht gibt. Dieser Effekt beruht vielmehr auf Einflußgrößen, die durch die Erwartung des Patienten ausgelöst werden. Dieser Effekt ist nicht allein bei Medikamenten zu finden, sondern auch bei anderen Substanzen, denen eine bestimmte Wirkung auf den Organismus zugeschrieben wird (z.B. psychostimulierende Mittel).

Purine: Purine gehören zu den Basen. Sie besitzen einen Sechsring, der mit einem Fünfring fusioniert ist und gehören unter anderem zum Grundgerüst der DNA.

Ranvierscher Schnürring: Lücken zwischen zwei Schwann`schen Zellen, an denen das Axon deshalb keine Isolierung aufweist.

Ruhepotential: Eine im Ruhezustand bestehende Potentialdifferenz an der Membran einer Nervenzelle, die mit Hilfe einer Natrium-Kalium-Pumpe aufrechterhalten wird. Das Zellinnere ist dabei negativ geladen. Das Ruhepotential nimmt je nach Zelltyp einen Wert von -60 bis -90 mV an.

Schwann´sche Zelle: Spezielle Gliazellen, die in Form einer Hülle aus teilweise miteinander verschmolzenen Zellmembranen das Axon umgeben und den entsprechenden Axonabschnitt damit isolieren (Bildung einer Markscheide). Die Myelinmembranen bestehen zu 85 - 90% aus Fettsäuren.

Soma: Der eigentliche Zellkörper einer Nervenzelle, welcher Plasma, Zellkern, MItochondrien und die NISSL`schen Schollen (dicht mit Ribosomen besetztes Endoplasmatisches Reticulum) beinhaltet.

Synapse: Kontaktstelle zwischen zwei Zellen bestehend aus den synaptischen Endknöpfchen, der vorgeschalteten Zelle, dem synaptischen Spalt zwischen den beiden Zellen und der nachgeschalteten Empfängerzelle (Nerven-, Muskel-, Sinnes- oder Drüsenzelle). Sie dient der Erregungsübertragung von einer Zelle auf die andere.

Synaptische Endknöpfchen: Blasenförmige Aufweitung, die die Enden der Axone bilden. In enger Nachbarschaft zu den Ausläufern anderer Nervenzellen stellen sie eine Verbindung zur Erregungsübertragung dar.

Taurin: Taurin, ist eine aminosäureähnliche Verbindung, die in sogenannten "Energy drinks" bis zu 4 g/l enthalten sein kann. Taurin leitet sich vom "griechischen "Tauros" (=Stier) ab. Taurin ist ein körpereigener Stoff, der in erhöhter Konzentration in der Retina vorkommt und sich auch im Gehirn nachweisen läßt. Er entsteht durch den Abbau von Aminosäuren. Bisher ist ungeklärt, ob Taurin als Neuromodulator wirkt, membranstabilisierend oder osmoregulatorisch wirksam ist. Unbekannt ist bislang auch, ob oral aufgenommenes Taurin in nennenswerter Weise das Gehirn erreicht. Klinische Tests konnten keine Wirkungen nachweisen; die Substanz ist wahrscheinlich harmlos und hat allenfalls psychologische Effekte.

Thein: Thein ist ein Synonym für Coffein, das Alkaloid, das in Kaffee wie in Tee die anregende Wirkung verursacht. Im Tee liegt Coffein allerdings an Gerbstoffe gebunden vor. Erst im Magen wird es abgelöst (durch die Magensäure). Die aufputschende Wirkung von Tee stellt sich daher langsamer ein und wirkt anhaltender als beim Kaffee.

Theobromin: Ein hauptsächlich im Kakao vorkommendes Alkaloid mit anregender Wirkung. Eng verwandt mit dem Coffein unterscheidet es sich von diesem nur in der Anzahl der Methylgruppen.

Theophyllin: Ein vor allem im Tee vorkommendes Alkaloid mit leicht anregender Wirkung. Eng verwandt mit den Alkaloiden Coffein und Theobromin unterscheidet es sich von diesen lediglich in der Anzahl der Methylgruppen.