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der primäre Spross Dickenwachstum Holzkörper
 
Was ist Holz? Inhaltsstoffe Nutzung Wald Glossar


Bäume sind schon gewaltige Lebewesen. Einige, wie die Eukalyptusbäume, können bis zu 100m hoch werden. Das bringt mit sich, dass sie großen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind. Wir haben alle schon einmal Bäume gesehen, die sich im Wind biegen. Aber auch Sträuche und Büsche, müssen bereits verstärkt sein. Ein unverholzter Spross würde schon das Gewicht der Blätter nicht tragen können. Dazu kommt noch, dass der Sprossdurchmesser mit dem Wachstum der Pflanze zunehmen muss, damit ausreichend Leitgewebe zur Verfügung steht. Außerdem muss das Leitgewebe erneuert werden, da es nur für eine gewisse Zeit funktionstüchtig ist. Also muss der Spross an Umfang zunehmen: dicker werden. Das geschieht durch das sekundäre Dickenwachstum und die Festigung des Stammes wird erreicht, weil Holz gebildet wird.
Da während des sekundären Dickenwachstums neue Zellen gebildet werden, muss ein Bildungsgewebe vorhanden sein. An dieser Stelle begegnet uns das Kambium wieder, ein Gewebe aus teilungsfähigen Zellen, von dem das Dickenwachstum ausgeht. Bei den meisten Bäumen und vielen anderen Pflanzen bildet das Kambium einen geschlossenen Zylinder rund um den Spross. Es gibt aber auch Pflanzen, bei denen es nur im Bereich der Leitbündel vorliegt und dann faszikuläres Kambium genannt wird. In diesem Fall erlangen die Zellen zwischen den Leitbündeln vor Beginn des sekundären Dickenwachstums ihre Teilungsfähigkeit wieder und bilden das so genannte interfaszikuläre Kambium. Beide Kambien zusammen bilden dann einen geschlossenen Zylinder.


Zur Erinnerung: Querschnitt durch einen primären Spross. Der graue Ring stellt das Kambium dar.

Die Zellen des Kambiums teilen sich und geben abwechselnd nach aussen und innen Zellen ab. Diese Teilungsrichtung wird auch tangentiale Teilung gennant. Die Zellen, die nach innen abgegeben werden nennt man zusammenfassend Holz, die nach aussen abgegebenen Zellen gemeinsam Bast. Die Zellen des Holzes bezeichnet man auch als sekundäres Xylem, da sie den gleichen Gewebetyp wie das Xylem der Leitbündel darstellen. Dazu kommen noch Mark- und Holzstrahlen, so wie das Holzparenchym. Die Elemente des Holzes sind also prinzipiell die gleichen wie die des Xylems und im Holz eines Stammes findet auch die Wasserleitung statt.



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Die Zellen des Bastes bilden das sekundäre Phloem. Zu beachten ist noch, dass nicht alle Zellen des Holzes abgestorben sind und lignifizierte Zellwände aufweisen. Zellen des Holzparenchyms beispielsweise sind lebendig und nicht verholzt. Demnach sind durchaus nicht alle Zellen, die man zum Holzkörper zählt tatsächlich verholzt. (Mehr zum Verholzungsprozess durch Lignifizierung im Kapitel Inhaltsstoffe)


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Den Bereich zwischen den Leitbündeln bezeichnet man als Markstrahlen, die eine Verbindung zwischen der Rinde und dem Mark darstellen. Während des sekundären Dickenwachstums werden die Markstrahlen verlängert, da das Kambium in diesem Bereich weiter Markstrahlparenchymzellen bildet und kein Holz. Darüber hinaus entstehen sogennante Holz- und Bastsrahlen, da das Kambium auch im Bereich der Leitbündel lokal begrenzt Parenchymzellen bildet. Diese Strahlen enden blind im Holz bzw. im Bast. Da der Spross während des Dickenwachstums immer dicker wird, muss das Kambium auch weitere Kambiumzellen bilden, da der Kambiumzylinder ja an Umfang zunehmen muss. Dieses Wachstum bezeichnet man als Dilatationswachstum.

i Die Grafik zeigt einen Ausschnitt aus einem Stück Kiefernholz.

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zum Vergleich: Hainbuche, 27 Jahre alt

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Animation zum sekundären Dickenwachstum:

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