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Gezeiten

Gezeitenfolge
(1)
Diese Fotoreihe entstand am 19.07.2005 auf Föhr zwischen 12.30 und 19.00 Uhr während der Ebbe.
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Jeder weiß, dass die Gezeiten oder "Tiden" durch das Zusammenwirken von Kräften zwischen Sonne, Mond und Erde entstehen.

Zwischen Erde und Mond wirkt in beide Richtungen die Massenanziehung. Durch die Anziehung vom Mond bilden die Wassermassen der Ozeane einen Flutberg, der zum Mond hin gerichtet ist. Auf der anderen Seite der Erde überwiegt die Fliehkraft die Mondanziehung, so dass sich hier ebenfalls, vom Mond abgewandt, ein Flutberg bildet.

Dies hat zur Folge, dass dazwischen das Wasser abgezogen wird und sich so Ebbetäler bilden.
Während sich die Erde in 24 Stunden einmal um die eigene Achse dreht, kreist der Mond einmal um die Erde, jedoch braucht er dafür 24 Stunden 50 Minuten. Dadurch findet eine tägliche Verschiebung der Gezeiten um 50 Minuten statt.

86-Gezeiten - FlutbergeAbb.: Flutberge durch Massenanziehung des Mondes und der Fliehkräfte der Erde (1)

Schauen wir uns nun den zeitlichen Verlauf an, so stellen wir fest, dass das Wasser täglich zweimal aufläuft (Flut), bis es seinen Höchststand (Hochwasser) erreicht und dann jeweils wieder abläuft (Ebbe), bis zum niedrigsten Stand (Niedrigwasser).
Die Differenz zwischen den Wasserständen nennt man Tidenhub.

96-Wasserständeim Watt(1)
Wasserstände im Watt

Der Tidenhub muss mindestens 1,50 m betragen, damit die Strömungen groß genug sind, um Material heranschaffen und verteilen zu können.

Doch welchen Einfluss hat nun die Sonne auf die Gezeiten?
Da die Sonne wesentlich weiter von der Erde entfernt ist, wirken Fliehkraft und Massenanziehung nur halb so stark wie die des Mondes. Je nach Stellung der Sonne wird der Effekt der Mondanziehung abgeschwächt oder verstärkt.
Steht der Mond mit Sonne und Erde in einer Linie, wie es bei Neu- und Vollmond der Fall ist, addieren sich ihre Kräfte und die Flutberge werden höher. Es herrscht Springtide, d.h. die Flut läuft höher auf und die Ebbe tiefer ab als normal.

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Springtide

 

Steht der Mond mit der Sonne und der Erde im rechten Winkel, wie bei Halbmond, so wirken ihr Kräfte gegeneinander und die Flutberge werden niedriger. Es herrscht Nipptide, d.h. die Flut ist niedriger und die Ebbe höher als normal.

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Nipptide

VERSUCH:
Um das Prinzip der Fliehkräfte zu verstehen, kann man einen einfachen Test durchführen: Packen Sie sich mit Ihrem Arbeitspartner an den Händen und drehen Sie sich schnell im Kreis. Was beobachten Sie dabei an sich selbst?

FRAGE:
Was hätte ein zu großer bzw. zu niedriger Tidenhub zur Folge?