Krebstiere
   Einsiedlerkrebs
   Gemeine Seepocke
   Strandkrabbe

Krebstiere (Crustacea)

 

Die Krebstiere gehören zum Stamm der Gliederfüßer (Arthropoda) und bilden darin den Unterstamm Crustacea.

Der Grundbauplan des Körpers ist in drei Abschnitte gegliedert; er ist im Ursprung segmentiert und jedes dieser Segmente trägt Gliedmaßen.

71-Bauplan der Decapoda(16)
Bauplan der Decapoda, stellvertretend für den Stamm der Arthropoda

Der Kopf der Krebstiere trägt fünf Extremitätenpaare, nämlich ein Mandibelpaar, zwei Maxillenpaare und - als einziger Unterstamm der Arthropoda - zwei Antennenpaare.

Der Brustabschnitt (Thorax) kann eine unterschiedliche Extremitätenzahl besitzen. So können die ersten Beinpaare zu sog. Maxillipeden, z.B. Scheren, umgewandelt sein.
Zu Schreitbeinen umgewandelte Beinpaare nennt man Peraeopoden. Sie sind aus dem Spaltfuß, der ursprünglichen Form, entstanden.

Der Hinterleib (Abdomen) trägt entweder gar keine oder sonst meist stark umgewandelte Beinpaare (Pleopoden). Das letzte Beinpaar nennt man Uropoden. Es bildet zusammen mit dem letzten Segment (Telson) den Schwanzfächer.

Kopf und Thorax sind meist zu einem Cephalothorax verschmolzen. Dessen ungegliederten Rückenpanzer nennt man Carapax.

Dieser Grundbauplan kann und ist natürlich je nach Lebensweise mehr oder weniger stark verändert. Solche Veränderungen weisen z.B. die Seepocke und der Einsiedlerkrebs auf.

Der Chitinpanzer der Krebse ist oft durch Kalkeinlagerungen verstärkt. Da er nicht mitwächst, müssen sich die Krebse immer wieder häuten. Dabei wird der gesamte Panzer, inklusive der Haut der Extremitäten, Augen und Kiemen, abgeworfen. Durch Wasseraufnahme blähen sie dann ihren Körper auf, so dass der Panzer größer angelegt wird. Während dieser Phase ist der Chitinpanzer noch besonders weich, weswegen man die Krebse dann auch "Butterkrebse" nennt, und sie besonders gefährdet sind.

Die O2-Aufnahme erfolgt meist über Kiemen, die als Fortsätze an den Beinen liegen. Von dort gelangt dann das "frisch aufgetankte" Blut über Ostien ins Herz. Dieses pumpt das Blut durch eine Arterie zum Kopf. Dort tritt es dann in die Leibeshöhle ein und sammelt sich wieder in Blutlakunen, wobei es die Organe umspült. Schließlich wird es wieder zu den Kiemen geleitet. Es liegt also ein offener Blutkreislauf vor.

Krebstiere haben im Laufe der Evolution die verschiedensten Ernährungsformen ausgebildet. Unter ihnen gibt es Filtrierer, Aasfresser und räuberische Arten.

Krebse sind getrenntgeschlechtlich. Doch auch bei der Fortpflanzung gibt es unterschiedliche Verhaltensweisen. Von planktischen Eiern und Larven über Brutfürsorge bis zur Lebendgeburt sind mannigfaltige Entwicklungsweisen vertreten.

Die Crustacea gliedern sich in 4 Klassen, wovon uns hier 2 beschäftigen sollen:
Die Rankenfüßer (Cirripedia), wozu die Gemeine Seepocke zählt, und die Höheren Krebse (Malacostraca), die sich wiederum in die Ordnung der Zehnfußkrebse (Decapoda) und der Flohkrebse (Amphipoda) unterteilt.
Die meisten Arten gehören zu den Decapoda, wie der Einsiedlerkrebs, die Strandkrabbe und die Nordseegarnele.