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Strandkrabbe (Carcinus maenas)

39-Strandkrabbe(11)

Die Strandkrabbe gehört wohl zu den bekanntesten Vertretern des Watts. Sie zählt ebenso wie der Einsiedlerkrebs zu den Zehnfußkrebsen. Da sie aufgrund ihrer Beinform nur seitwärts laufen können, nennt man sie auch "Dwarslöper", was soviel wie "Querläufer" bedeutet.

Ihr erstes Beinpaar ist zu Scheren umgebildet, die aber unterschiedlich groß sind. Die kräftigere Schere dient dem Zerkleinern von harter Beute und wird deshalb "Knackschere" genannt. Die kleinere und schärfere Schere nennt man "Pinzettschere" und dient der Zerkleinerung weicher Nahrung.

Da ihr Abdomen zurückgebildet und unter den Cephalothorax geklappt ist, zählt man sie innerhalb der Zehnfußkrebse zu den Kurzschwanzkrebsen.
40-Schere einer Strandkrabbe(1) Schere einer Strandkrabbe


Die Männchen kann man daran von den Weibchen unterscheiden, dass sie einen "spitzeren" Schwanz besitzen und das 3. bis 5. Hinterleibssegment zusammengewachsen ist. Weibchen hingegen besitzen einen mehr rundlichen Hinterleib.

75-männliche Strandkrabbe(1) männliche Strandkrabbe 76-weibliche Strandkrabbe(1) weibliche Strandkrabbe

Junge Strandkrabben findet man häufig zwischen Steinen und Muscheln, in Seegraswiesen oder im hohen Schlickwatt, wo sie sich vor Feinden und Austrocknung schützen können. Ausgewachsene Tiere laufen einem seltener über den Weg. Sie leben aus den gleichen Gründen wie die jungen Individuen bevorzugt an Prielrändern oder in Muschelbänken. Erreichen sie ihre Verstecke nicht rechtzeitig vor der Ebbe, vergraben sie sich bis zur nächsten Flut im Wattboden.

Besonders faszinierend ist die Regenerationsfähigkeit der Strandkrabben, die durch die Häutungen ermöglicht wird. Verlieren sie z.B. beim Kampf ein Bein oder eine Schere, so entsteht das Organ neu. Das zuerst kleinere neue Organ erreicht nach drei Häutungen wieder die normale Größe.

Die Strandkrabbe atmet über Kiemen. Sie liegen links und rechts unter dem Rückenpanzer. Bei Trockenfall können sie kurze Zeit auf Luftatmung umschalten. Ein eingeschlossener Wasservorrat hält dann die Kiemen feucht. Aufgrund der unterschiedlichen Konzentrationen von Sauerstoff in der Luft und im Wasser diffundiert der Sauerstoff in den Wasserfilm auf den Kiemen und kann dort aufgenommen werden. So kann die Strandkrabbe je nach Luftfeuchtigkeit und Tageszeit bis zu zwölf Stunden im Trockenen überleben.