sonne.gif (757 bytes) Zurück zur Auswahl

 

DIE EISBÄRENSEITE





Körperbau

Lebensraum und Fortbewegung

Ernährung

Sinnesorgane

Fortpflanzung, Wachstum und Alter

Eisbären und Menschen

Aufgabe








hugefront.jpg (10055 bytes)KÖRPERBAU

Der Eisbär ist eines der größten Landraubtiere der Erde. Die Männchen dieser Bärenart werden bis zu 3 m lang und erreichen eine Schulterhöhe von ca. 1,50 m. Das Gewicht der Männchen erreicht oft mehr als 650 kg, ein einzelnes Männchen wog über 1000 kg! Die Weibchen sind deutlich kleiner und leichter.

Eisbären haben im Vergleich zu anderen Bären einen relativ langen, schmalen Kopf mit flacher Stirn. Ihr Gebiß ist sehr stark. Es umfaßt 42 Zähne und weist die typische Gestalt eines Raubtiergebisses auf. Die Augen sind braun und schauen vorwärts. Über den Augen besitzt der Eisbär eine Schutzmembran, die wahrscheinlich vor UV-Einstrahlung schützt. Der Eisbär kann seine Ohren und Nasenlöcher beim Tauchen verschließen.

Das Eisbärenfell ist sehr dicht, unter der Haut besitzt der Eisbär eine starke Speckschicht, die ihn vor der Kälte schützt. Sein weißes bis cremefarbenes Fell stellt in seiner polaren Umgebung eine hervorragende Tarnung dar, wenn der Bär seine Beute jagt. Der Eindruck weißen Felles kommt allein durch Lichtreflexion zustande: das Fell ist nicht weiß gefärbt. Es bedeckt den gesamten Körper außer der Schnauze und den Augen sowie den Fußsohlen. Der Eisbär wechselt sein gesamtes Haarkleid im Mai oder Juni; dieser Prozeß kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen.  Sein Fell ist ölig und wasserabweisend; ein Eisbär, der aus dem Wasser steigt, kann mühelos alle Nässe abschütteln, bevor diese gefriert.

Die äußeren Fellhaare des Eisbären sind innen hohl. In jüngerer Zeit nahm man daher an, die Haare wirkten als Lichtleiter, die die Sonnenenergie von außen nach innen leiten, wo sie von der schwarzen Haut des Bären absorbiert wird, ähnlich Glasfasern.   Neuere Studien haben allerdings ergeben, daß die Haare keine guten Lichtleiter sind. Die hohlen Haare sorgen allerdings für eine hervorragende Wärmeisolation, zudem nimmt die dunkle bis schwarze Haut des Eisbären tatsächlich viel Wärme von außen auf. Außerdem erhöhen die Haare, zusammen mit der Speckschicht, den Auftrieb beim Schwimmen.

Die Eisbärtatzen sind fünfzehig. An jeder Zehe sitzt eine starke, gebogene, nicht zurückziehbare Kralle. Die Vordertatzen sind rundlich, die hinteren etwas langgezogen. Die Krallen und lange Haare zwischen Tatzen und Zehen sorgen für Reibung auf dem Eis. Die bis 30 cm durchmessenden Vordertatzen sind ruderartig verbreitert und mit partiellen Schwimmhäuten ausgestattet. Eisbären können mit ihren Vordertatzen Gegenstände geschickt bewegen. Die Fußballen sind wärmeisoliert; Eisbären laufen ähnlich wie Menschen auf der ganzen Fußsohle.

Eisbären sind insgesamt so gut gegen Wärmeverluste isoliert, daß sie aktiv gegen Überhitzung arbeiten müssen, z.B. durch Schwimmen im kalten Wasser nach langer Anstrengung, oder durch meist relativ langsame, gleichmäßige Fortbewegung.

 

nach oben

faceverylarge.jpg (16485 bytes)


LEBENSRAUM UND FORTBEWEGUNG

Eisbären leben in den Eisregionen der Arktis, in der Regel auf dem Meereis, in der Nähe von Küsten oder Inseln. Außer zur Paarungszeit und abgesehen von Müttern mit ihrem Nachwuchs sind Eisbären Einzelgänger. Nur sehr selten schließen zwei oder mehrere, meist gut ernährte Männchen "Spiel-Freundschaften".

Die Bären unternehmen ausgedehnte Wanderungen und sind recht gute Schwimmer. Im Norden wurden einzelne Eisbären bis fast in Polnähe gesichtet. Eisbären markieren und verteidigen ihre Territorien nicht! Im Polarsommer findet man sie oft weit im Inneren des kontinentalen Festlandes.

Die durchschnittlichen Lufttemperaturen in Regionen ewigen Eises liegen bei ca. 0 Grad C (Sommer) bzw. -35 Grad C (Winter), die Wassertemperaturen bei -1.5 Grad C (Sommer) bzw. -2 Grad C (Winter). Dank des dichten Felles und der Unterhaut-Speckschicht bedeuten solche Temperaturen für einen ausgewachsenen Eisbären kein wesentliches Problem.

Ein Eisbär bewegt sich im Schnitt mit 5.5 km/h, kann aber kurzzeitig bis 40 km/h erreichen. Solch eine Anstrengung ist aber schnell ermüdend. Manche Eisbären wurden beobachtet, wie sie schwimmend über 100 km zurücklegten! Sie können auch tauchen, ca. 4 m tief und über eine Dauer von einigen Minuten. Das Erklettern steiler Eisklippen stellt kein großes Problem dar. Beim Abstieg von Schneehängen nehmen Eisbären eine schräg nach oben gerichtete Stellung ein und benutzen ihre Vordertatzen als Bremsen, oder sie rutschen einfach auf dem Bauch hinunter. Eisbären bewegen sich vorsichtig und rückwärts, wenn sie ins Wasser steigen, oder sie springen kopfüber hinein. Sie entwickeln beim Ausstieg aus dem Wasser, besonders beim Robbenfang, eine erstaunliche Schnellkraft: sie können dann bis zu 2 m hoch springen!

 

nach oben

ERNÄHRUNG

Eisbären sind fast ausschließlich Fleischfresser. Sie ernähren sich überwiegend von Robben, meist Ringelrobben. Der Eisbär lauert häufig einer Robbe an einem ihrer Atemlöcher im Eis auf; er befördert sie mit einem kräftigen Prankenhieb auf das Eis, wenn sie auftaucht, und tötet sie durch Bisse in Kopf und Nacken. Eisbären können aber auch in der Nähe eines Atemloches liegende Robben überraschend angreifen, indem sie selbst unter das Eis und durch das Atemloch tauchen, oder sich auf dem Eis an eine Robbe anschleichen und diese aus kurzer Distanz plötzlich attackieren. Mit den extrem berührungsempfindlichen Tatzen erkennt der Eisbär, ob und wann sich eine Robbe unter dem Eis dem Atemloch nähert. Aber auch die Robbe kann selbst leichteste Erschütterungen spüren, so daß der Eisbär sich sehr ruhig verhalten muß.

Es wird überdies oft beobachtet, daß Eisbären sich von Fisch, jungen Walrossen oder gestrandeten Walkadavern ernähren. Kleine Eisbären lernen die Jagdtechnik - wie andere Lebewesen auch - von ihrer Mutter.

Der Eisbär verliert in der Regel im Sommer am meisten an Gewicht: wenn die Eisschmelze ihn ans Festland treibt, stehen nur noch eine Reihe von Kleinsäugetieren und Vögeln auf seinem Speiseplan, viel zu wenig für ein Tier dieser Größenordnung. Deshalb fressen sie dann auch oft Gras, Moos und Beeren.

 

nach oben

SINNESORGANE

Eisbären können Robben und Walkadaver über Entfernungen von mehr als 50 km riechen und finden mit ihrer Nase auch im Schnee vergrabene Tiere.

Die Augen bleiben bei Tauchgängen geöffnet. Die Sehschärfe unter Wasser ist offenbar sehr gut: Eisbären können tauchend gezielt Fische (insbesondere Plattfische) erbeuten und Algen abweiden.

 

 

 

nach oben



FORTPFLANZUNG, WACHSTUM UND ALTER

Eisbären sind frühestens mit 4 (W) bzw. 6 Jahren (M) geschlechtsreif. Sie paaren sich vorzugsweise im April. Die Keimentwicklung ruht allerdings etwa bis Oktober. So wird sichergestellt, daß Mutter und Nachwuchs den Winter überstehen: konnte das Weibchen den Sommer über nicht genug Nahrung aufnehmen, so entwickelt sich der Embryo nicht weiter.

Eisbären halten - im Gegensatz zu anderen Bären - keine Winterruhe. Allein trächtige Eisbärweibchen graben sich am Ende des Herbstes eine Schneehöhle, in der sie überwintern und etwa im Januar ihre Jungen zur Welt bringen. Schnee leitet keine Wrme und isoliert daher gut. Die Höhle liegt meist im nach Süden gerichteten Hang eines Schneehügels und mißt maximal 2,5 Meter. Eisbären gebären meist 2 Junge. Die Jungen sind bei der Geburt rattengroß und blind und wiegen etwa 600 Gramm. Eisbärenmilch hat einen sehr hohen Fettanteil von ca. 33 %. Eisbärkinder werden nach der Geburt noch ca. eindreiviertel Jahre gesäugt. Ein Eisbärweibchen bekommt nur alle 3 Jahre Nachwuchs. In der gesamten Periode der Jungenaufzucht ist die Mutter stets bereit, mit aller Kraft die Jungen - notfalls unter Einsatz ihres eigenen Lebens - zu verteidigen. Die Jungen werden, bevor die Mutter wieder trächtig wird, von ihr selbst oder dem nächsten paarungswilligen Männchen fortgejagt. Geschwister bleiben dann oft noch eine gewisse Zeit lang zusammen.

Innerhalb des ersten Lebensmonats öffnen sich die Augen der kleinen Bären. Nach ca. 2 Monaten können die Jungen in der Höhle umherlaufen. Sie besitzen dann schon ein dichtes, weißes Fell und Milchzähne. Gegen Ende März bis Mitte April verlassen die Jungen zum ersten Mal die Höhle; sie sind dann schon 10 bis 15 kg schwer. Sie bleiben noch bis zu 12 Tage an der Höhle, in der sie sich am Tag meistens und nachts - zum Schlafen - immer aufhalten. In dieser Zeit werden sie von der Mutter mit Nachdruck dazu gezwungen, sich der Kälte auszusetzen, die für kleine Eisbären noch nicht so leicht auszuhalten ist. Auch ihre Bewegungsmuskulatur entwickelt sich in dieser Übergangsphase, bevor die Mutter sie schließlich zum Meereis führt. Während der Wanderung zum Packeis finden häufige Pausen statt, in denen die Jungen gesäugt werden. Durch tiefen Schnee und durch Wasser werden die Jungen von der Mutter getragen. Die Jungen fressen bereits von der ersten Beute, die die Mutter nach ihrer Winterruhe erlegt; sie sind dann 3 bis 4 Monate alt. Muttermilch und Robbenspeck sorgen für schnelles Wachstum: nach 8 Monaten wiegt ein Eisbär schon fast 50 kg. Die kleinen Eisbären beginnen schon bald mit Jagdversuchen, die in den ersten Monaten aber recht unbeholfen und meist erfolglos sind.

Eisbären leben bis zu 20 bis 30 Jahre lang; nur wenige werden aber älter als 15 bis 18 Jahre. Der älteste bekannte arktische Eisbär lebte 32 Jahre, der älteste Eisbär in Gefangenschaft 41 Jahre. Das Alter eines Eisbären kann anhand der Jahresringe in den Zähnen festgestellt werden.

 

nach oben


EISBÄREN UND MENSCHEN

Eisbären stehen mittlerweile unter Naturschutz, nachdem sie jahrzehntelang gejagt wurden. Nur den Inuit ist es erlaubt, Eisbären zu jagen. Der einzige natürliche Feind des Eisbären (außer dem Eisbären selbst) ist der Mensch. Für die arktischen Inuit ist der Eisbär neben Robben und Walrossen eine wichtige Quelle von Fleisch, Fett und Fell.

Mit der zunehmenden Ausbreitung menschlicher Siedlungen in arktischen Regionen, zum Beispiel durch die Erdölförderung in Alaska und Sibirien, kommt es häufiger zu ungeplanten Begegnungen von Eisbären und Menschen. Solche Begegnungen gehen nicht selten tödlich für den Menschen aus. Die Bären scheuen sich auch nicht, auf der Nahrungssuche menschliche Siedlungen aufzusuchen und sich dort von Abfällen oder Nahrungsvorräten zu ernähren: Eisbären sind, wie alle Bären, ausgeprägt neugierig. Bei solchen Gelegenheiten werden heute noch Menschen von Eisbären überrascht. Aus diesen und anderen Gründen besteht ein reges Interesse der Forschung z.B. an den Wanderrouten und Lebensräumen der Eisbären.

 

 

Der typische Wanderweg eines Eisbären im Laufe von ca. 1 1/2 Jahren:
(Quelle: Alfred-Wegener-Institut für Polarforschung Bremerhaven/Norwegisches Polarinstitut)

wanderwege.gif (7530 bytes)

 


LITERATUR UND WEITERE LINKS

Viele der auf dieser Seite genannten Informationen stammen aus den folgenden Quellen:


Eine Auswahl von Eisbärenbildern gibt es hier: polar.gif (20715 bytes)


Aufgabe:

Informiere Dich über das Leben der Eisbären und sammle Informationen zu dem Aspekt:

Wie ist der Eisbär in der Lage bei der Kälte zu überleben?


 

Nach oben