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g
= kcal
=kJ

Allgemein: Raffinose ist ein Trisaccharid (Dreifachzucker) aus -> Galaktose, -> Fruktose und -> Glukose, das in bestimmten Pflanzenfamilien vorkommt. Sie entsteht in den Pflanzen durch Anhängen von Galaktinol (Zuckeralkohol) an Saccharose. Raffinose besitzt etwa 20 % der Süßkraft von Haushaltszucker.

Diätetik: Raffinose wird im Dünndarm nicht vollständig gespalten, da den Menschen das Enzym α-Galaktosidase fehlt. Größere Mengen gelangen in den Dickdarm und werden dort von Darmbakterien zersetzt. Das führt in der Regel durch die freigesetzten Gase zu Blähungen. Raffinose kann aber wegen ihrer Unverdaulichkeit auch in Nahrungsmitteln zur Kalorienreduktion eingesetzt werden.


Hülsenfrüchte auf einem Markt in Italien

Chemie: Eine Reihe von Oligosacchariden (Mehrfachzuckern) gehören zur Raffinose-Familie, so z.B. auch Stachyose und Verbascose.
Sie entstehen durch Anhängen von einer oder mehreren Galaktose-Einheiten an -> Saccharose. Diese Mehrfachzucker ersetzen in manchen Pflanzenfamilien die Stärke als Speicherkohlenhydrat, so z.B. in den Samen der Leguminosen (Hülsenfrüchtler). Die Zuckerrübe produziert Raffinose als Frostschutzmittel für ihre Zellen.

Verwendung: Bei Leguminosensamen (Erbsen, Bohnen, Linsen) besteht 5 bis 15 % der Trockensubstanz aus Raffinose. Bei der Zuckerherstellung aus der Zuckerrübe fallen größere Mengen Raffinose an, die sich in der Melasse sammeln. Melasse wird zur Herstellung bestimmter brauner Zuckerarten verwendet. Als Zuckerrübensirup wird sie auch als Brotaufstrich verkauft. In der Technik (Einfrieren medizinischer PrŠparate, Kryokonservierung) wird Raffinose als Frostschutzmittel verwendet.