Wir müssen reden… Start des Bürgeruni-Blogs an der HHU

von Dr. Marcel Solar

Quelle: Bild von Gordon Johnson auf Pixabay

Es hätte wahrlich nicht der COVID-19-Pandemie bedurft, um die Bedeutung wissenschaftlicher Forschung für die Gesellschaft, aber auch die Fallstricke, die sich dabei manchmal auftun, in den Fokus zu stellen. Die Corona-Krise hat unsere Gesellschaft – aber auch den Rest der Welt – vor Probleme gestellt, für die es praktisch (noch) wenig bis keine Lösungen gibt. Unter welchen Bedingungen sich das Virus verbreitet, wie Erkrankte behandelt werden können oder wie ein Impfstoff aussehen könnte, ist nach wie vor nicht hinreichend geklärt. Geschweige denn, wie wir mit den Folgen der Pandemie umgehen sollen, die sich auf sämtliche gesellschaftlichen Bereiche erstrecken, von der Arbeitswelt bis in Kitas und Altenheime.

Die laufende Forschung findet gerade unter dem Brennglas statt, Ergebnisse werden am besten schon gestern erwartet. Die hohe Aufmerksamkeit, die Forscher*innen und ihrer Arbeit dabei zuteil wird, ist für die Wissenschaftler*innen einerseits wertschätzend. Andererseits werden nicht selten einzelne Ergebnisse aus dem Kontext gerissen, weil sie eine Forderung so besser untermauern oder eher wenig Geduld gegenüber langwierigen Testverfahren und – da es die Datenlage nicht anders zulässt – eher vagen Aussagen entgegengebracht.

Als ganz zentral erweist sich die Bedeutung von Wissenschaftskommunikation. Also der Art und Weise, wie wissenschaftliche Forschung nach außen kommuniziert wird, wie Anregungen von außen aufgegriffen werden und wie sich Forscher*innen und wissenschaftliche Einrichtungen in die gesellschaftliche Debatte einbringen. Auch im „Grundsatzpapier des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Wissenschaftskommunikation“ aus dem November 2019 wird deutlich, dass die Kommunikation mit der Gesellschaft ein selbstverständlicher Teil wissenschaftlichen Arbeitens werden muss. Dort heißt es:

„[D]er bereits begonnene Kulturwandel hin zu einer kommunizierenden Wissenschaft [muss sich] weiter fortsetzen.“

Grundsatzpapier des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Wissenschaftskommunikation“, November 2019, S. 2

An der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf haben wir uns daher auf den Weg gemacht, in noch stärkerem Maß das Gespräch zu suchen und uns nach Außen zu öffen. Wir wollen ein Ort des Dialogs sein, an dem Bürger*innen und Wissenschaftler*innen aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen kritisch diskutieren und sich mit unterschiedlichen Sichtweisen auseinandersetzen. Wir verstehen uns als Bürgeruniversität! Das heißt: wir müssen reden! Nein, besser: wir wollen reden! Und zuhören!

Dafür machen wir verschiedene Angebote: unsere Studierenden können in Lehrveranstaltungen aus der Förderung „Die Bürgeruniversität in der Lehre“ einen Blick über den (Campus-)Tellerrand werfen, Wissenschaftler*innen forschen gemeinsam mit Bürger*innen in Forschungsprojekten mit Bürgerbeteiligung an der HHU und im Programm zur Bürgeruniversität werden viele Dialogveranstaltungen von HHU-Wissenschaftler*innen gebündelt und ständig neue Formate entwickelt. Als Anlaufstelle für alle Interessierten wurde dafür die Stabsstelle Bürgeruniversität geschaffen, die für Anregungen und Fragen immer offen ist.

Zudem arbeiten wir daran, neue Orte und Kanäle zu schaffen, um mit euch in Düsseldorf und darüber hinaus, ins Gespräch zu kommen. Und damit kommen wir auch endlich zu unserem Blog, der mit diesem Auftaktpost startet! Mit dem Bürgeruni-Blog wollen wir Forschung und Forscher*innen an der HHU präsentieren, euch auf Veranstaltungen aufmerksam machen, mit euch ins Gespräch kommen und nicht zuletzt Lust auf Wissenschaft machen. Wir wollen Aktivitäten von Studierenden aufgreifen und einen Einblick geben, was bei uns auf dem Campus passiert. Dazu soll hier ein Raum enstehen, in dem sich Projekte an der HHU vorstellen und selbst im Blog tätig werden können. Daher freuen wir uns, dass direkt zum Auftakt das Forschungsprojekt „Fridays for Future meets Citizen Science“ und ein Lehrprojekt zum Thema „Wissenschaftsbloggen“ hier kreativ werden.

Wir freuen uns über den Start unserer Blog, die kommenden Beiträge und eure Reaktionen. Denn: wir müssen reden!

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