Fridays For Future meets Citizen Science – Wissenschaft für Bürger*innen?

von Viviana Warnken und Viktor Burgi

Wir starten ein Citizen-Science-Projekt! Doch was hat es damit auf sich? Zunächst einmal: Citizen Science (auch Bürgerwissenschaft genannt) bedeutet, dass Bürger*innen bei Projekten mitforschen, indem sie beispielsweise Beobachtungen anstellen, Proben sammeln oder Daten auswerten. Aber wie machen wir das in unserem Projekt zusammen mit Fridays For Future-Aktivist*innen? Davon handelt unser Blogeintrag heute.

Unter dem Titel „Wer sind wir? – Fridays For Future meets Citizen Science“ forschen Aktivist*innen der Düsseldorfer Fridays For Future-Bewegung gemeinsam mit einem Team des sozialwissenschaftlichen Instituts der Uni Düsseldorf zu der lokalen Bewegung.

Das Projekt verfolgt zwei Ziele:

  1. Wir möchten die Organisation und Arbeitsweise der lokalen Fridays For Future-Bewegung verstehen sowie
  2. ein mögliches Transferpotential dieser Ergebnisse auf andere gesellschaftliche Bewegungen und Initiativen identifizieren.
“Fridays For Future: Wir schwänzen nicht, wir kämpfen”, © Tobias Möritz, 2. Internationaler Klimastreik am 24. Mai 2019 in Leipzig – DemozugCC BY-SA 4.0

Dabei stammt das Wissen über die Organisation und Arbeitsweise von Fridays For Future von den Aktivist*innen selbst. Denn sie sind diejenigen, die die Frage nach “wer sind wir?” adäquater stellen und differenzierter beantworten können als etablierte Forscher*innen. Gemeinsam gilt es herauszufinden, inwiefern die Jugendbewegung ein Transferpotential bietet, generell verschiedene Teile der Gesellschaft stärker in politische Prozesse einzubinden – ohne dabei von einer Ikone wie Greta Thunberg oder einem spezifischen Thema abhängig zu sein. Dazu möchten wir unter anderem den folgenden Fragen nachgehen:

  • Wie mobilisieren die Aktivist*innen ihre Anhängerschaft?
  • Wie organisieren sie ihre verschiedenen Offline- und Onlineaktivitäten vor dem Hintergrund einer heterogenen Gesellschaft?
  • Wie kommunizieren sie ihre Agenda an politische Entscheidungsträger*innen und die Gesellschaft und inwiefern ist dies erfolgreich?
  • Inwiefern entwickelt die Bewegung im Sinne der Nachhaltigkeit eine Strategie, die über die Klimawandel-Frage hinausgeht?
  • Welche Rolle spielen und welchen Einfluss haben die vielfältigen Medienkompetenzen der Jugendlichen?
  • Welche Rolle kommt der Single-Issue-Fokussierung (Fokus auf ein Thema) oder der Person Greta Thunberg zu?

Wir wollen jedoch nicht nur Inhalte für Fridays For Future produzieren, sondern möchten vor allem auch eine Diskussion zwischen Bürger*innen und Wissenschaft anregen. Daher sollen am Ende der 18-monatigen Projektlaufzeit (2020-2021), neben klassischen Publikationen und wissenschaftlichen Tagungsbeiträgen, auch Workshops, Blogbeiträge und Medienproduktionen (z.B. Videos, Bilder, Präsentationen, Podcasts) entstehen.

Das Besondere an unserem Projekt: Die jungen Mitforschenden sind nicht nur inhaltlich, sondern auch methodisch eingebunden. So wollen wir gemeinsam Forschungsziele und -fragen entwickeln und uns, ergänzend zu traditionellen Wegen der sozialwissenschaftlichen Analysen, auch neuerer Ansätze wie Citizen Science bedienen.
Mehr dazu erfahrt ihr demnächst hier auf unserem Blog!

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