Wer schön sein will, muss lesen: Die Welt der Modejournale

Copyright: ULB Düsseldorf (Agnes Lucas)

von Dr. Ute Olliges-Wieczork und Carola Spies (www.ulb.hhu.de )

Mode (frz.: mode; lat.: modus: Maß) bedeutete zu keiner Zeit nur, sich modisch aktuell und schön zu kleiden. Vielmehr waren damit immer sämtliche Erscheinungsformen des Lebensstils gemeint, die einem Gestalt- und Geschmackswandel unterworfen sind. Modezeitschriften geben als facettenreiche kulturgeschichtliche Quelle und Zeit-Archiv Aufschluss über Prozesse der Geschmacksbildung und das Selbstverständnis einer Gesellschaft.

Die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf verfügt über eine umfangreiche Sammlung historischer Modejournale. Die Sammlung wurde durch die kostümgeschichtliche Bibliothek Jacob Hermens` begründet und durch eine umfangreiche Modejournal-Sammlung ergänzt, die mit Bezug auf die Modestadt Düsseldorf weiterhin stetig ausgebaut wird. Neben rheinischen Journalen sind auch Veröffentlichungen zahlreicher weiterer europäischer Kulturstädte aus dem 18.–21. Jahrhundert in den Historischen Sammlungen der ULB verwahrt.

Die Vorgänger und Wurzeln der Modejournale sind in Kostüm- und Trachtenbüchern des späten 15. und des 16. Jahrhunderts zu sehen, als namhafte Künstler wie Albrecht Dürer, Lucas Cranach, Jost Amann oder Ferdinando Bertelli mittels Graphik reale und imaginierte Bekleidungsusancen ihrer Zeit sowie verschiedener Regionen und Völker illustrierten. Das älteste Modejournal im eigentlichen Sinn war der Mercure Galant, 1672 in der Mode- und Kulturstadt Paris erschienen, die lange Zeit führend auch in diesem Bereich bleiben sollte. In Deutschland wurden die Journale erst im 18. Jahrhundert u. a. in Verlagsorten wie Weimar, Berlin, Hamburg, Leipzig und Stuttgart etabliert und zu respektablen Heften, die man mit handkolorierten und zunehmend komplexer gestalteten Kupfer- oder Stahlstichen illustrierte. Gezeigt wurde darin zunächst die Mode für die Dame und auch für den Herrn, zudem Mobiliar und allerlei Zubehör für Kleidung, Mode und Lebensführung.

Für Coding da Vinci haben wir ein Datenset aus der Zeitschrift „Der Bazar“ ausgewählt. Die zunächst vierzehntägig, ab 1857 wöchentlich publizierte Zeitschrift war im 19. Jahrhundert das Medium, mit dem sich die bürgerlichen Frauen über die aktuelle Mode informierten. Als Beilagen bot die Zeitschrift Schnittmusterbogen zum Nachschneidern: von der „Sportkleidung“ bis zur „Brautjungferntoilette“ sowie Anleitungen für Handarbeiten, Neuestes zu Frisuren und Wohnaccessoires. Das Datenset umfasst die Jahrgänge 1878, 1888 und 1898 der illustrierten „Damen-Zeitung“ mit zahlreichen Handreichungen für Handarbeiten, Schnittmusterbögen und entsprechenden Anleitungen. Interessant sind auch die zahlreichen Artikel, die Aufschluss über das Selbstverständnis und die Lebensentwürfe der Frauen geben.

Wir fragen uns, ob man 3-D-Modelle mit diesen Daten erstellen kann oder wie man die historische Mode zum Leben erwecken kann. Gerne stellen wir weitere Daten von Modejournalen zur Verfügung.

Links:

Coding da Vinci:
https://codingdavinci.de/de/events/niederrheinland-2021

Datenset Modejournale:
https://codingdavinci.de/daten/der-bazar-ein-illustriertes-modejournal-aus-dem-19-jh-mit-zahlreichen-beilagen-schnittmuster

Digitale Sammlung der ULB Düsseldorf „Modejournale“:
https://digital.ub.uni-duesseldorf.de/nav/classification/1967648  

Ansprechpartnerin in der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf:

Dr. Ute Olliges-Wieczorek
E-Mail: ute.olliges-wieczorek(at)ulb.hhu.de
Tel. 0211 81-13233

Diesen Beitrag teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.