„Kunst für Kinder“. Abschluss der Online-Ausstellung

von Dr. Anna Seidel

Nach gut sechs Monaten Laufzeit schloss die Ausstellung „Kunst für Kinder. Illustrationen aus dem Umfeld der Kunstakademien in Düsseldorf und Dresden“ am 14.1.2022. 1.457 Besucher:innen haben sich Zeit für Bilder, Texte und Tonaufnahmen genommen, die Studierende am Kunsthistorischen Institut der HHU im Zuge der online-Lehre am Institut für Kunstgeschichte der HHU in kürzester Zeit, zwischen Herbst 2020 und Herbst 2021, zur Präsentation aufbereiteten. 

Allen teilnehmenden Studierenden für ihren Einsatz, Ideenreichtum und ihr Durchhaltevermögen, den Leihgeber:innen, technischen Helfer:innen, Ratgeber:innen in- und außerhalb der Universität sowie allen Gesprächspartner:innen für das Vermittlungsprogramm an dieser Stelle ein herzlicher Dank für Ihre Bereitschaft zu unserem Experiment in der digitalen Kunstvermittlung!

Alles begann als Lehrprojekt mit dem Ziel, den Studierenden speziell im Studiengang Kunstvermittlung und Kulturmanagement Praxiserfahrung im Vorbereiten einer Kunstausstellung und deren Vermittlung auch im online-Format zu ermöglichen. Schnell fiel die Themenwahl auf Bilderbuch-Illustrationen, die in der Kunstgeschichte als Mittel zur Kunstvermittlung im Kinderzimmer bekannt sind.
Die Idee ließ sich umsetzen, da die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf auf unserem Campus bereits nach einem großen Digitalisierungsprozess zahlreiche Bilderbücher online zur Verfügung stellte. Der ULB, insbesondere der Abteilung Historische Sammlungen sei an dieser Stelle herzlich für alle Unterstützung des Projekts gedankt!

Den Ankündigungen im Vorlesungsverzeichnis folgten zahlreiche Studierende, von denen eine Gruppe im Winter 2020/21 als kuratorisches Team die Ausstellung vorbereitete: Isabelle Becker, Sarah Cüppers, Lucy Degens, Sara Ficarra, Jennifer-Melina Geier, Angela Klitsch, Sabine Merkens, Falk Rockel, Nina Ryan Schingerlin, Lara Jade Schumacher, Theresa Strebling wählten je ein Buch für die Ausstellung aus, bestimmten, welche Bilder daraus gezeigt und welche Leihgaben ergänzt werden sollten, suchten Passagen heraus, die sie sich als Audiodateien wünschten, recherchierten und schrieben schließlich je einen Text zu ihrem Ausstellungsobjekt.

Für das virtuelle Format schien dem kuratorischen Team die multimediale Präsentation der Bücher besonders wichtig. Dank des Entgegenkommens der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf trugen Nihan Azak (Sopran) und Nihan Ulutan (Klavier) nach intensiver Vorbereitung eine Einspielung eines der Bilderbuch-Texte, Die Ammenuhr, nach der Vertonung Robert Schumanns bei.
Eine enge Verbindung von Bildender Kunst, Dichtung und Musik war den ausgestellten Bilderbüchern zu eigen. In dieser Kombination aus Bild und Musik lebte sie wieder auf. 

Auch das Theater sollte einbezogen werden! Das Düsseldorfer Schauspielhaus half weiter, Noëmi Krausz und Jonas Friedrich Leonhardi lasen eigens Gedichte, Kindertheaterstücke und Kurztexte aus den ausgestellten Büchern ein. Einer dieser Texte wurde zum Leitmotiv der Ausstellung, er ist hier zu hören:

Robert Reinick „Bilderbude“ zu Ludwig Richters Illustration „Bildermann“, in: ABC-Buch 1854 (1. Aufl. 1845 – © privat), vorgelesen von Jonas Friedrich Leonhardi

Viele weitere Personen und Institutionen trugen zum Gelingen des Projektes bei: Den Aufbau der digitalen Ausstellung in DDBStudio, für den etwa 200 Datensätze einzugeben und in ein Layout anzupassen waren, unterstützten Gabriele Auer, Dennis Cibula, The-Duy Hoang, Michelle Seifert aus der Mediathek des Instituts für Kunstgeschichte. Dabei übernahm Gabriele Auer wesentlich die Ausstellungsgestaltung und legte das Titelbild und die Zwischentitel zu den fünf Abschnitten der Ausstellung an – und gab dem Projekt damit ein wunderbar wiedererkennbares Gesicht.
Digitale Leihgaben stellten neben der ULB Düsseldorf die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, das Deutsche Historische Museum in Berlin, die Historischen Sammlungen der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und auch die Staatsbibliothe in Berlin bei, genauso die Universitäts- und Landesbibliothek Bonn, das Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig, die Kinderbuchsammlung in der Universitätsbibliothe der Technischen Universität Braunschweig, das Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, die Hamburger Kunsthalle, die Städtischen Museen Hanau, Schloss Philippsruhe, das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck, das Frye Museum of Art in Seattle und zwei Privatsammler:innen zur Verfügung.
Voraussetzung für die gesamte Umsetzung war die Bewilligung eines Antrags auf ad-hoc-Förderung im Rahmen der Bürgeruniversität an der HHU.
Dank der Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit innerhalb der Universität und in der ULB wurde die Ausstellungseröffnung weiten Kreisen bekannt. 

Parallel zur Veröffentlichung der Ausstellung durch die Deutsche Digitale Bibliothek begann eine zweite Studierendengruppe im Sommer 2021, einzelne Themen der Ausstellung in Blogbeiträgen aufzuarbeiten:
Azin Haghbin, Mara Janaschek und Nina Ryan Schingerlin stellten das Projekt vor. Marie Jansen und Nina Ryan Schingerlin beleuchteten im Gespräch mit Musiker- und Schauspieler:innen die Musik- und Tonaufnahmen.
Azin Haghbin, Mara Janaschek, Sabine Merkens und Clarissa Söhndel betrachten in einer Serie von Blogbeiträgen die Schritte der Sammlungsarbeit, wie sie auch die ICOM beschreibt und mit der beispielsweise die ULB Düsseldorf Projekte wie unseres erst ermöglicht: Das Sammeln und Bewahren, Dokumentieren und Erschließen, Restaurieren und Konservieren und schließlich digitale Ausstellung.
Andere widmeten sich speziellen Typen von Illustrationen oder noch heute gültigen Themen und deren Reflexion durch Wissenschaftler, Künstler und Vermittler:
Juliane Hoffmanns nahm die ABC-Bücher in den Blick. Jennifer-Melina Geier und Theresa Strebling besprachen für zwei Podcasts Pflanzen- und Tierillustrationen mit dem Illustrator Sebastian Meschenmoser und Dr. Anna Schütz, Kustodin in der Graphischen Sammlung des Museum Kunstpalast, sowie mit dem Kustos des Naturkundemuseums der Stiftung Schloss und Park Benrath, Dr. Gunnar Gad und der Karin Saran von der Grünen Schule im Botanischen Garten der HHU.
Angela Klitsch und Amanda Alice Rosengarth befragten Anne Blankenberg, Leiterin der Abteilung Vermittlung & Kommunikation des Theatermuseums in Düsseldorf und Andreas Lachnit, Schauspieler im Kinder- und Jugendtheater, sowie Annegret Montag vom Institut für Medien- und Kulturwissenschaften der HHU und den Schauspieler und Theaterpädagogen Wolfgang Kramer vom Jungen Theater Bonn zu den ausgestellten Kindertheater-Büchern für zwei weitere Podcasts.
Die Serie schlossen Anne Schulz-Ayecke und Per Ole Leopold Jörling, die mit der Kinderbuch-Spezialistin Alina Behrend, Promovierende am Germanistischen Institut der Universität Duisburg-Essen, und Prof. Dr. Schulte Beerbühl aus dem Bereich Neuere Geschichte am Institut für Geschichtswissenschaften der HHU historische Sachbuch-Illustrationen betrachteten.

Wie wurde und wird die Ausstellung von unserem Publikum „benutzt“?
Kinderbuch-Forscher:innen, Germanisten und Kunsthistoriker:innen, Illustrator:innen, Mitarbeiter:innen von historischen Graphik-Sammlungen und Bibliotheken, Antiquare und Sammler:innen: Die Ausstellung fand aus vielen Richtungen positive Resonanz.

Doch die meisten unserer fast eineinhalb Tausend Besucher:innen blieben bislang anonym. Bis zum 14.1. sind sie, seid Ihr, noch eingeladen, hier unten im Kommentarfeld an das Ausstellungsteam zu schreiben:
Was in der Ausstellung hat euch inspiriert? Was erstaunt?
Welche Fragen stellt ihr euch zu den ausgestellten Bildern?
Hat sich euer Blick auf die Bilderbücher daheim, aus der eigenen Kinderzeit geändert?
Wir würden uns freuen, von euch zu lesen!

Projektleiterin Dr. Anna Seidel
Kontakt kunstfuerkinder@hhu.de
Weitere Informationen https://www.kuk.hhu.de/en/kunst-fuer-kinder-illustrationen-aus-dem-umfeld-der-kunstakademien-in-duesseldorf-und-dresden

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