Ein digital geprägtes Seminar geht zu Ende – Ein Rückblick zum Seminar “Digitale Kompetenzen, Bildung und Souveränität”

Ausgehend von einer durch Digitalität geprägten Welt hat die kulturelle und soziale Darstellung und Interaktion in den digitalen Räumen an zentraler Bedeutung in unserem Leben gewonnen. Im Rahmen unseres Seminars Digitale Kompetenzen, Bildung und Souveränität haben wir uns daher dieses Semester mit den Chancen und Herausforderungen der digitalen Welt des 21. Jahrhunderts befasst.

Aber bevor wir Dir die Seminarinhalte vorstellen, ist es gut zu wissen, wie unser Seminar konzipiert war. Unter Einbezug digitaler Tools wie dem Online-Whiteboard Mural gestalteten die Seminarteilnehmer:innen das Seminar aktiv mit. Beispielsweise hat eine Person einen kurzen Impuls über die Basisliteratur gehalten und eine weitere Person hat diese Literatur kritisch hinterfragt. Alles visuell dargestellt auf dem Mural-Board. Das Festhalten der Hauptgedanken und der Diskussion im Seminar übernahm ein/e Protokollant:in (google docs) und dann gab es noch jemanden der zum Material einen zusammenfassenden One Pager geschrieben hat..

Eine weitere Besonderheit in diesem Seminar war, dass nach jeder Sitzung Studierende in Gruppen einen Blogpost zum Thema und der entstandenen Diskussion verfassten. Bevor die Studierenden jedoch einen Blog schreiben konnten, wurde im Seminar thematisiert, wie ein guter Blogbeitrag geschrieben wird. So sollen beispielsweise Zwischenüberschriften eingebaut sowie Verlinkungen eingefügt werden und die Einleitung sollte die Leser:innen neugierig machen, den Blog zu lesen.

Im Seminar – auch wenn es überwiegend in digitaler Form stattgefunden hat – gab es viel Interaktivität und die Seminarteilnehmer:innen konnten ebenfalls mitbestimmen, wie sie den Kurs gestalten wollen. 

So, jetzt weißt Du, wie wir didaktisch vorgegangen sind, aber was war das Lernziel des Kurses? Was sollten die Studierenden am Ende des Semesters mitnehmen? Sie sollten am Ende des Kurses wissen, was Digitale Bildung und digitale Kompetenzen überhaupt sind und wie Digitalität Schul- und Erwachsenenbildung, Zivilgesellschaft, Ethik, Wissenschaft und Politik als auch Kultur beeinflusst.

Das waren jetzt viele Informationen und damit Du einen guten Überblick hast, haben die Seminarteilnehmer:innen das folgende Schaubild angefertigt, wo das didaktische Vorgehen, die Lernziele und Themen als auch die Kriterien für einen guten Blogbeitrag zusammengefasst sind.

Das war unsere Konzeption des Seminars. Klingt kompliziert, aber wir haben es geschafft, jede Woche qualitativ gute Blogposts zu veröffentlichen, die wir in den folgenden Abschnitten versuchen werden kurz zusammenzufassen.

Digitale Kompetenzrahmen

In dieser Sitzung ging es darum, den Begriff Medienkompetenz zu definieren. Der Begriff Medienkompetenz beschreibt das selbstbestimmte Handeln sowie das kritische Auseinandersetzen mit und das angewendete Wissen über Medien. Der Begriff der Medienkompetenz ist etwas aus der aktuellen Debatte verschwunden und wurde von dem modernen Terminus Digital Literacy verdrängt, um souveränes Handeln und Teilhabe an der digitalen Welt zu beschreiben. Es gibt vielzählige Begriffsdefinitionen, die den Umgang mit und das Leben in der digitalen Welt zu beschreiben versuchen. Wir haben unter anderem festgestellt, dass vier Kriterien von Bedeutung sind: Offenheit, Partizipation, Gesellschaftsrelevanz und Lebensweltorientierung. Vielzählige Beispiele der letzten Jahre zeigen, dass Diskurse, Effekte, Meinungs- und Willensbildung auch online stattfinden und einen Einfluss auf Politik ebenso wie auf die Gesellschaft nehmen. 

Kultur der Digitalität

Digitalität ist eine kulturelle Bedingung: Sie schafft die Rahmenbedingung für die Kommunikation und Interaktion mit anderen Menschen und für die Gestaltung innerhalb der Gesellschaft. Da wir heute gemeinschaftlich global Kultur schaffen, hat jeder die Möglichkeit politisch und gesellschaftlich – in den digital verfügbaren Netzwerken und Plattformen – zu partizipieren. Dadurch kommen Fragen nach neuen Wertesystemen des Zusammenlebens auf. In der unendlichen Vielfalt an Daten orientieren wir uns an drei Konzepten: In einer durch Algorithmen vorsortierten Welt nehmen wir gemeinschaftlich immer und ständig Bezug aufeinander und auf unsere Welt. Diese drei Aspekte zeichnen die Kultur der Digitalität nach Felix Stalder (2026) aus.

Digitale Schulbildung

Aber auch die Vermittlung von digitalen Kompetenzen in der Schule ist ein wichtiger Teil der Bildung, was vor allem durch die Covid-19 Pandemie in den letzten Jahren sichtbar wurde. Um die Potentiale des Digitalen auszuschöpfen, sind einige Änderungen am Bildungssystem notwendig. Zum einen ist es wichtig, die Lehrer:innen im Hinblick auf ihre Digital Literacies weiterzubilden, damit sie diese an Schüler:innen vermitteln können. Dabei benötigt die Weiterbildung einen ebenso hohen Stellenwert wie die technische Ausstattung. Ein weiteres relevantes Konzept ist das Lifelong Learning. Demnach sollte Bildung sowohl innerhalb als auch außerhalb der Schule erfolgen.

Digitale Souveränität, Erwachsenenbildung

Digitale Weiterbildungsmöglichkeiten sind in Zeiten einer sich wandelnden Gesellschaft wichtig für alle Mitglieder einer Gesellschaft und nicht nur für Lehrer und Schüler. Hier gibt es verschiedene Lernmöglichkeiten für Erwachsene wie zum Beispiel MOOCs (offene Online-Kurse), oder Makerspaces (Lernwerkstätten zum Erlernen digitaler Werkzeuge). Aber auch hier gibt es Hürden, so sind Makerspaces nicht immer kostenlos und MOOCs setzen digitale Kompetenzen voraus.

Impact und Implikationen auf Politik und Zivilgesellschaft

Digitalität bietet nicht nur viele Chancen im Bildungssystem, sondern auch für das politische System. So kann im digitalen Raum beispielsweise die Beteiligung von Bürger:innen effizienter in den demokratischen Prozess eingebunden werden. Aber eine digitale Beteiligung von Bürger:innen birgt ebenso viele Risiken wie zum Beispiel (Wahl-)Betrug, Manipulation, Polemisierung politischer Diskurse oder Datenschutzlücken. Ebenso kann auch nicht gewährleistet werden, dass alle beteiligt werden können.

Impact und Implikationen auf Ethik

Ein weiteres Konzept, welches im Seminar diskutiert wurde, sind digital commons. Diese beschreiben das gemeinsame Eigentum von Informationsressourcen und Technologien, sowie deren Verteilung. Auf diese Weise werden von anderen Menschen bereitgestellte Informationen und Güter auf digitalem Wege einfach zugänglich gemacht. Ein gutes Beispiel ist Wikipedia. Es gibt vier Dimensionen der digital commons: Recht und Lizenzierung, Urheberschaft, Verwaltung digitaler Gemeingüter (commons) und neue Modelle der Produktion. 

Impact und Implikationen auf Partizipation und Teilhabe

Im Seminar haben wir ebenfalls gelernt, was ein “guter digitaler Bürger” ist. Diese:r besitzt die Fähigkeiten sich partizipativ und engagiert in der digitalen Welt auszutauschen. Um dies zu gewährleisten, muss die Schulbildung kontinuierlich an das digitale Zeitalter angepasst werden. Diese essentiellen digitalen Kompetenzen müssen sowohl Lehrpersonen als auch Schüler:innen besitzen, da sie eine notwendige Voraussetzung sind, um die zukünftige Herausbildung guter demokratischer Bürger:innen zu gewährleisten. 

Impact und Implikationen auf Wissenschaft unser letzter Blogbeitrag

Kurz vor Weihnachten haben wir uns mit Scientific Videos befasst. Die Vorteile von Scientific Videos im Internet sind, dass über die Sinne wie Hören und Sehen das Lernen für Kinder einfacher verlaufen kann. Durch die große Bandbreite der Videos und den Austausch in den Kommentarspalten, können Gleichgesinnte in Kontakt kommen und Themen weiter diskutieren. Aber Wissenschaftsvideos haben auch Nachteile: Beispielsweise können die sogenannten Echokammern entstehen, in denen sich immer wieder die selben Meinungen gegenseitig bestärken. Es gibt nur wenige Schranken bei der Erstellung von Content und eine große Anzahl an Personen, die Social Media nutzen und somit ohne eine externe Überprüfung auf Wahrheitsgehalt, Qualität oder Angemessenheit der Inhalte einstellen können. 

Das waren unsere kurzen Zusammenfassungen der Blogbeiträge der Seminarteilnehmer:innen, die gleichzeitig auch die Seminarinhalte wiederspiegeln. Sie zeigen, dass Digitalität jeden Bereich unserer Gesellschaft und unseres Lebens durchdringt. Damit sind nicht nur Chancen, sondern auch Herausforderungen verknüpft. Klingt alles sehr spannend, oder? Wenn Du mehr erfahren möchtest, kannst Du die Blogbeiträge auch einzeln lesen und gerne auch einen Kommentar hinterlassen.

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