Physik studieren – bin ich wahnsinnig ?

Wenn man Physik studiert, ist man wahnsinnig interessiert, wie die Welt funktioniert. Warum fällt der Stein runter, warum ist Feuerwerk bunt, wie funktioniert ein Laser?Man erfährt nicht nur einfach Antworten auf diese Fragen,  sondern lernt, deren Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen.

Grundsätzlich gliedert sich das Studium in experimentelle Vorlesungen, in denen die Physik mit anschaulichen Experimenten präsentiert wird und in theoretischer Physik, wo man logische mathematische Modelle zur Beschreibung und Berechnung physikalischer Vorgänge benutzt. Weitere Bestandteile sind die Mathematik-Veranstaltungen, die Praktika und der Nebenfachbereich.  Nahezu alle Veranstaltungen bestehen aus Vorlesung und Übung, in der die wöchentlichen Übungsblätter (sozusagen Hausaufgaben) bearbeitet werden.

 
Zu Beginn wird die klassische Mechanik experimentell mit Versuchen und theoretisch mit logischen Modellen sowie die Optik nur experimentell  behandelt. Anschließend sind  die Phänomene aus Elektrizität und Magnetismus Thema des Studiums. Die darauf folgende Elektronik zeigt eine interessante Anwendung der physikalischen Gesetze, die dann in Laborversuchen im Rahmen eines Praktikums praktisch angewendet werden.
Im weiteren Verlauf wird die moderne Physik betrachtet. Es wird in Versuchen die Atomphysik und theoretisch die Quantenmechanik betrachtet.  Ebenso wird die Wärmelehre experimentell mit anschaulichen Versuchen und theoretisch (nicht bei  med. Physik) mit logischen Modellen behandelt. Als abschließende Physik des Bachelorstudiengangs beschäftigt man sich sowohl mit der Kristall- und Halbleiterphysik (nicht bei med. Physik) als auch mit der Kernphysik.
Die Sprache der Physik ist die Mathematik und so ist sie ein wichtiger Teil des Physik-Studiums. In den ersten Semestern hört man zusammen mit Mathematik- und Informatikstudenten die Mathematik-Vorlesungen Analysis (Mathematik von Funktionen) und Lineare Algebra (Matrizen, affine Abbildungen etc. (nicht bei  med. Physik)).  Da in diesen Vorlesungen die Mathematik zwar sehr tiefgründig, aber über mehrere Semester (i.d.R. 3 Semester) gelehrt wird, gibt es zu Beginn des Studiums in den ersten beiden Semestern die Physik-Vorlesung „Mathematische Methoden“. Dort wird die komplette Mathematik in der Anwendung für die Physik gelehrt.
Ein weiterer Schwerpunkt des Studiums sind die Praktika, in denen man die praktische Arbeit erlernt. In der vorlesungsfreien Zeit zwischen dem ersten und zweiten Semester findet das Grundpraktikum 1 statt, dessen Mittelpunkt das Arbeiten mit Geräten (Bsp. Speicher-Oszilloskop) sowie die Vorgehensweise bei wissenschaftlichen Experimenten steht. In der nächsten vorlesungsfreien Zeit findet das Projektpraktikum statt, in dem in Gruppenarbeit eine kleine eigenständige Forschungsarbeit inklusive Poster-Präsentation gemacht wird. In den späteren Semestern folgt das Fortgeschrittenenpraktikum. Dort werden mehrere kompliziertere Experimente (i.d.R. 2 Tage) in den einzelnen Instituten durchgeführt.
Neben den physikalischen und mathematischen Vorlesungen erhalten Studenten  auch einen Einblick in andere Wissenschaften im Bereich „Wahlbereich Fremdfach“, in dem fachfremde Vorlesungen (z.B. Sprachen, Psychologie) gewählt werden können. Eine weitere Individualisierung des Studiums besteht in der Wahl der allgemeinen Vertiefung. Hierbei handelt es sich um die Wahl eines weiteren naturwissenschaftlichen Schwerpunktes, z.B. Chemie oder Informatik.
Am Ende des Studiums steht die Bachelorarbeit in einem Institut der WE Physik. Zur Vorbereitung dient die Veranstaltung „spezielle Vertiefung“, die im Institut, in dem die Bachelorarbeit geschrieben wird, erfolgt (nicht bei med. Physik).

 

Der Studiengang medizinische Physik ist ein Physik-Studiengang mit besonderem Bezug auf die Medizin. Es werden sowohl die physikalischen Grundlagen des Körpers als auch die Funktionsweisen und Techniken wichtiger medizinischer Geräte und Therapieverfahren behandelt. Bekannteste Beispiele sind die Strahlentherapie und diagnostischen Geräte wie CT oder MRT.
Dieser Studiengang ist ein Physik-Studiengang, man erhält also im Wesentlichen die gleiche Ausbildung wie im Studiengang Physik. Jedoch wurden einzelne Elemente des Physik-Studiengangs durch medizinische Elemente ersetzt. So finden im 3. und  4. Semester die Vorlesungen „Grundlagen der Biologie“ und Anatomie statt.  In den letzten Semestern werden in der Vorlesung Medizinphysik sämtliche physikalische Grundlagen des Menschlichen Körpers (z.B. Mechanik des Laufens, Physikalische Erfassung von Tönen) behandelt und mit den Vorlesungen „Bildgebende Verfahren“ und „Grundlagen der Bildgebung“ werden die diagnostischen Geräte wie MRT und CT sowie die Auswertung und Verarbeitung deren Bilder thematisiert. Desweiteren werden in einem Medizinphysik-Praktikum die Funktionsweise der wichtigsten med. Geräten (MRT, CT, Ultraschall, Röntgen) erarbeitet.
Neben der Pathophysiologie und der Humangenetik bildet die Vorlesung „Physiologie“ den medizinischen Schwerpunkt des Studiums. In dieser Vorlesung wird die komplette menschliche Physiologie, u.a. Herz- Kreislaufsystem, Nervensystem, behandelt.  Das Studium wird mit einer Bachelorarbeit im Bereich der Physik oder Medizinphysik beendet.

 

Sowohl mit dem Bachelor in Physik als auch mit dem Bachelor in Medizinischer Physik ist die Voraussetzung erfüllt, einen Master-Studiengang in einem mathematisch-naturwissenschaftlichen oder einem technischen Fach zu beginnen (genauere Voraussetzungen (z.B. Abschlussnote) und Einschränkungen können von den Universitäten des Master- Studienplatzes gefordert werden). In Düsseldorf kann bei geeigneter Bachelornote mit einem Bachelorabschluss Physik der Master-Studiengang Medizinische Physik (oder umgekehrt) studiert werden.