Krafttraining nicht olympisch

Werbungen eines Fitnessstudios mit einem anlässlich der Olympischen Spiele angebotenen  “Olympia-Special” verstoßen nach Ansicht des OLG Frankfurt a.M. (Urt. v. 01.11.2018, Az. 6 U 122/17) nicht gegen das OlympSchG. Ein unlauterer Imagetransfer sei hierbei nicht festzustellen. Eine rein assoziative Verwendung der nach dem Olympiaschutzgesetz (OlympSchG) geschützten Begriffe “Olympia” und “olympisch” in der Werbung sei nicht unlauter.

Eine Fitnessstudio-Kette hatte anlässlich der Sommerspiele von Rio de Janeiro 2016 mit Slogans wie “Olympia Special” und “Wir holen Olympia in den Club” geworben. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte den Betreiber daraufhin auf Unterlassung in Anspruch genommen, weil die Werbung gegen das OlympSchG verstoße. Das OlympSchG schützt das olympische Emblem und die olympischen Begriffe vor unlauterer Ausnutzung oder Beeinträchtigung.

Eine solche Ausnutzung oder Beeinträchtigung sei aber zu verneinen, so das OLG Frankfurt a.M. Es bestehe weder eine Verwechslungsgefahr noch nutze die Werbung den guten Ruf der Olympischen Spiele in unlauterer Weise aus. Vielmehr werde lediglich zeitlich Bezug auf die Spiele in Rio de Janeiro Bezug genommen, eine Übertragung der ” besonderen Wertschätzung” der Olympischen Spiele auf das Angebot des Fitnessstudios sei damit aber nicht verbunden. Hierfür müsse die Werbung dahingehend zu verstehen sein, dass das Produkt qualitativ mit den Olympischen Spielen vergleichbar sei. Eine solche Qualitätsbehauptung enthalte die Werbung aber nicht.

“Der verständige Durchschnittsverbraucher” könne der Rabattaktion zudem keine ausreichenden Anhaltspunkte dafür entnehmen, dass der Anbieter etwa einer der Sponsoren der Olympischen Spiele sei oder geschäftliche Beziehungen mit den Veranstaltern der Spiele unterhalte.

Es sei darüber hinaus im Verkehr allgemein bekannt, dass die Sponsorenstellung des werbenden Unternehmens in der Regel deutlich herausgestellt werde. Dies könne das OLG aus eigener Sachkunde beurteilen, da es selbst zu dem angesprochenen Verkehrskreis gehöre.

Der DOSB legt hohen Wert auf den Schutz der Olympischen Spiele, die Streitigkeiten um die olympischen Begriffe beschäftigen die Justiz öfter. Anfang des Jahres entschied etwa das OLG Stuttgart, dass der Discounter Lidl mit olympischen Ringen aus Grillpatties werben darf.

Quelle: lto.de

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