20. Mai 2019
 

Was zählt, ist vor dem EuG: “NEYMAR” nichtig
 

Der bekannte brasilianische Fußballprofi Neymar kann einen juristischen Erfolg für sich verbuchen. Das Gericht der Europäischen Union (EuG) entschied am Dienstag, dass die von einem Portugiesen angemeldete Marke “NEYMAR” nichtig ist (Urt. v. 14.05.2019, Az. T-795/17) und bestätigte damit eine entsprechende Entscheidung des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO).

Der Entscheidung vorausgegangen war eine längere juristische Auseinandersetzung zwischen Neymar und dem Mann. Dieser hatte sich bereits 2013 die Markenrechte für “NEYMAR” in der EU für Kleidung, Schuhe und Kopfbedeckungen gesichert. Als Begründung hierfür führte der Mann aus, den Namen aus klanglichen Gründen gewählt zu haben und nicht als Bezugnahme auf den gleichnamigen Fußballer. Er gab zwar zu, von der Existenz Neymars gewusst zu haben, aber nicht davon, dass der Brasilianer damals ein aufstrebender Fußballspieler war. Vielmehr sein Neymar damals in Europa noch unbekannt gewesen.

Das EuG glaubte diesen Ausführungen allerdings nicht. Die Richter bestätigten vielmehr die Auffassung des EUIPO, dass der Portugiese bei der Anmeldung der Marke bösgläubig gehandelt habe. Neymar sei 2013 und zuvor bereits in Europa bekannt gewesen, in erster Linie wegen seiner Spiele für die brasilianische Nationalmannschaft. Große europäische Fußballvereine seien schon mehrere Jahre vor seinem Wechsel nach Barcelona im Jahr 2013 auf ihn aufmerksam geworden, so das EuG. Zudem habe es zwischen 2009 und 2012 bereits zahlreiche Berichte über das vielversprechende Talent in europäischen Medien gegeben.

Ferner verfügte der Markenanmelder nach Auffassung des EuG zudem über “mehr als nur begrenzte Kenntnisse der Welt des Fußballs”. Immerhin habe er am selben Tag wie die NEYMAR-Marke die Wortmarke “IKER CASILLAS” angemeldet, der Name des spanischen Weltmeister-Torhüters von 2010.

 

Quelle: lto.de; sueddeutsche.de

 

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Von: Hertelt, Paul