22. August 2019
 

LG Hamburg: Deutscher Titelsong von Pippi Langstrumpf könnte Urheberrecht verletzen
 

Ein schwedisches Unternehmen, das die Urheberrechte Astrid Lindgrens vertritt, verklagte vor dem LG Hamburg die Rechteinhaber des deutschen Titelsongs von Pippi Langstrumpf, die Filmkunst-Musikverlags- und Produktionsgesellschaft sowie die Witwe des deutschen Autors, auf Unterlassung.

Während Astrit Lindgren in der schwedischen Fassung „Här kommer Pippi Langstrump, tjolahopp tjolahej tjolahoppsan-sa“ gedichtet habe, laute die deutsche Fassung des Autors Wolfgang Franke „Hey – Pippi Langstrumpf, trallari trallahey tralla hoppsasa“. Aufgrund dieser Abweichung sei die deutsche Version des Titelsongs eine abhängige Bearbeitung im Sinne von § 23 S.1 UrhG, deren Veröffentlichung und Verwertung der Einwilligung von Astrid Lindgren bedurft hätte, die indes nie von der schwedischen Verfasserin eingeholt worden sei. Die Beklagten vertreten dagegen die Ansicht, dass die deutsche Version des Titelsongs eine freie Benutzung im Sinne von § 24 Abs. 1 UrhG sei, zu die in der Veröffentlichung und Verwertung von dem schwedischen Vorgänger frei sei.

Im Verhandlungstermin vor dem LG Hamburg erklärte der Vorsitzende Richter, die Zivilkammer halte den Unterlassungsantrag der Kläger für aussichtsreich. Zunächst sei unklar, ob die schwedische Version des Titelsongs hinter der deutschen Version aufgrund des hohen schöpferischen Eigengehalts verblasse. Unabhängig von der Beantwortung dieser Frage liege jedoch eine Verletzung des Charakterschutzes von Pippi Langstrumpf durch den veränderten Liedtext vor. Sollte das Gericht der Klage stattgeben, könnte das Lied vorerst nicht weiter verbreitet werden. Ein Verkündungstermin für das Urteil ist nicht bekannt.

 

Quelle: spiegel.de; faz.net; welt.de

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Von: Wachtel, Alexandra