22. August 2019
 

LG Düsseldorf: Schauspielhaus unterliegt im Rechtsstreit gegen Tonkünstler
 

Das LG Düsseldorf entschied mit Urteil vom 12. Juni 2019 (Az. 12 O 263/18), dass das Schauspielhaus Düsseldorf nicht befugt ist, die von einem Tonkünstler für ein anderes Theaterhaus komponierte und arrangierte Musik zu im eigenen Haus zu verwenden. Das Schauspielhaus Düsseldorf habe es demnach zu unterlassen, die von dem Tonkünstler Parviz Mir-Ali für das Schauspielhaus Dresden komponierte und arrangierte Musik zu der „Der Idiot“ aufzuführen.

Den Hintergrund des Rechtsstreits bildet die von Fjodor Dostojewski für komponierte Musik, die für die Inszenierung des Bühnenstückes „Der Idiot“ im Schauspielhaus Dresden bestimmt war. 2016 übernahm das Düsseldorfer Schauspielhaus die Inszenierung aus Dresden zusammen mit der komponierten Musik. Es zahlte Mir-Ali noch für 2016/2017 eine pauschale Vergütung, verweigerte jedoch die weitere Zahlung für die Spielzeiten in 2017/2018 und 2018/2019 unter Hinweis auf seine Zahlungen an die GEMA. Aufgrund der Fortsetzung der Aufführungen sah Mir-Ali seine Urheberrechte verletzt und klagte daraufhin vor dem LG Düsseldorf. Dieses gab ihm unter Verweis auf das in § 19 Abs. 2 UrhG verankerte Vortrags- und Aufführungsrecht des Komponisten Recht. Das Düsseldorfer Schauspielhaus habe von der GEMA keine Nutzungsrechte erwerben können, da nach dem Berechtigungsvertrag der GEMA zwar Musikrechte, aber keine Rechte an der bühnenmäßigen Aufführung erworben werden könnten.

Quelle: LG Düsseldorf, Pressemitteilung v. 12.06.2019

 

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Von: Wachtel, Alexandra