US-Gerichte: Keine Copyrightverletzung durch Einbettung von Instagram-Posts

Mit Urteil vom 13. April 2020 (Az. 18-CV-790) entschied ein US-Bundesbezirksgericht in New York, dass beim Einbetten eines Fotos via Instagram keine Copyright-Verletzung vorliege. Mit der Eröffnung eines Kontos bei Instagram gestatte man der Facebook-Tochter, öffentlich gepostete Inhalte an Dritte zu lizenzieren. Das US-Gericht folgert daher aus Instagrams Vertragsbedingungen, dass US-Fotografen keine Handhabe gegen Webseitenbetreiber hätten, die von den Fotografen auf Instagram gepostete Fotos in ihre jeweilige Webseite einbetten.

Den Hintergrund des Rechtsstreits bildet die Klage der Fotografin Stephanie Sinclair gegen die Webseite Mashable und dessen Eigentümerfirma Ziff Davis wegen Copyirghtverletzung. Letztere hatte vergeblich im Jahr 2018 versucht, eine Lizenz für die Veröffentlichung eines von Sinclair auf Instagram geposteten Fotos von der Urheberin zu erwerben. Sinblair lehnte jedoch ab. Daraufhin griff Mashable direkt auf die bei Instagram hochgeladenen Fotos zurück indem die Webseite die von Instagram vorgesehene Einbettungsfunktion nutzte. Dabei wird das verwendete Foto direkt von Instagram-Servern in die Browser der Webseitenbesucher geladen, ohne dass Mashable selbst eine Kopie gespeichert oder online gestellt hat.

Obwohl die Richterin wegen Instagrams Vertragsbedingungen eine Urheberrechtsverletzung verneinte, wies sie in der Klageabweisung kritisch darauf hin, dass die Dominanz Instagrams unter sozialen Netzwerken zur Verbreitung von Fotos und Videos, in Kombination mit der umfassenden Übertragung von Rechten, die Instagram von seinen Klägern verlangt, ein echtes Dilemma für die Klägerin darstelle. Die Klägerin kann Rechtsmittel ergreifen. Sollte das Urteil Bestand haben, schafft es ein Stück Rechtssicherheit für das Einbetten der Inhalte sozialer Netzwerke in den USA in andere Webseiten.

 

Quellen: natlawreview.com (engl.); heise.de

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