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Die w/k-Fragen

Text: Peter Tepe | Bereich: Kunsttheoretisches

Das Hauptziel von w/k besteht darin, die Vielfalt der individuellen Verbindungen zwischen Wissenschaft und bildender Kunst so genau wie möglich zu erfassen – vergleiche dazu den  Impulsvortrag über w/k.

Wenn man bei den Künstlern (mitzudenken sind stets die Künstlerinnen; das gilt auch für alle vergleichbaren Formulierungen) als Individuen ansetzt, so gibt es genau drei Grundtypen oder Grundformen einer solchen Verbindung, welche dann unendlich viele Variationen erlauben: Die erste Grundform sind diejenigen Individuen, welche sowohl wissenschaftlich als auch künstlerisch arbeiten – wir bezeichnen sie als Grenzgänger zwischen beiden Bereichen. Die zweite Grundform sind Künstler, die sich in ihrer Arbeit auf Theorien/Methoden/Ergebnisse dieser oder jener Wissenschaft stützen, aber nicht eigenständig wissenschaftlich forschen und publizieren: die wissenschaftsbezogenen Künstler. Die dritte Grundform ist die Kooperation zwischen mindestens einem Künstler und mindestens einem Wissenschaftler im Rahmen eines bestimmten Projekts.

Bei den meisten Wissenschaft-Kunst-Verbindungen handelt es sich um wissenschaftsbezogen arbeitende Künstler; es kommt aber auch vor, dass zwei oder sogar alle drei Grundformen bei einem Künstler zu finden sind – es gibt einige Grenzgänger, die sich in ihrer künstlerischen Arbeit auf wissenschaftliche Theorien/Methoden/Ergebnisse stützen und bei bestimmten Projekten mit Wissenschaftlern kooperieren.

Bezogen auf die drei Grundformen hat die w/k-Redaktion spezifische Fragen formuliert, die durch einen Beitrag beantwortet werden sollen. Diese allgemein gehaltenen Fragen werden dann immer durch spezielle Fragen ergänzt, welche auf die Besonderheiten der jeweiligen Person zugeschnitten sind. Die allgemein gehaltenen Fragen werden nachfolgend vorgestellt. Die Redaktion rechnet damit, dass sie einerseits präzisiert und andererseits durch weitere ergänzt werden können. Die w/k-Nutzer werden gebeten, in Kommentaren zu diesem Artikel auf solche Möglichkeiten hinzuweisen. Überzeugt ein Vorschlag die Redaktion, so wird er im Text direkt umgesetzt. Dieser befindet sich also im Prinzip in einem Prozess ständiger Verbesserung.

Der Fragenkatalog für wissenschaftsbezogene Künstler

  • Welche Wissenschaft ist oder welche Wissenschaften sind für Ihre künstlerische Arbeit relevant?
  • Auf welche Theorien/Methoden/Ergebnisse dieser Wissenschaft(en) beziehen Sie sich in Ihrer künstlerischen Tätigkeit?
  • Wie hat sich der Wissenschaftskontakt bei Ihnen herausgebildet?
  • Welche künstlerischen Ziele verfolgen Sie bei Ihrer Auseinandersetzung mit Wissenschaft(en)?

Der Fragenkatalog für Grenzgänger zwischen Wissenschaft und bildender Kunst

  • Wie lässt sich Ihre wissenschaftliche Arbeit auf allgemeinverständliche Weise kurz darstellen?
  • In welchem Verhältnis steht Ihre wissenschaftliche Tätigkeit zur künstlerischen? Welche Verbindungen bzw. Wechselwirkungen gibt es zwischen beiden Bereichen?
  • Hat die künstlerische Tätigkeit in einigen Fällen die Hervorbringung einer wissenschaftlichen Theorie begünstigt – und/oder umgekehrt?
  • Wie hat sich die Verbindung zwischen Wissenschaft und bildender Kunst bei Ihnen herausgebildet? Welches waren die wichtigsten Entwicklungsphasen?
  • Welche künstlerischen Ziele verfolgen Sie als Grenzgänger?

 Die Fragenkataloge für Kooperationen zwischen Wissenschaft und (bildender) Kunst

Beim gegenwärtigen Erkenntnisstand werden vier Kooperationsformen unterschieden, auf die sich jeweils bestimmte Fragen beziehen; möglicherweise gibt es noch weitere.

  1. Mindestens ein Künstler arbeitet mit mindestens einem Wissenschaftler – und in diesem Zusammenhang häufiger auch mit Technikern und Firmen – zusammen, um neue Materialien für die eigene künstlerische Arbeit zu gewinnen. Dann ist zu fragen:
  • Worum geht es dem jeweiligen Künstler?
  • Wie sieht die Zusammenarbeit konkret aus, und wie hat sie sich entwickelt?
  • Zu welchen künstlerischen Ergebnissen hat diese Kooperation geführt?
  1. Mindestens ein Künstler beteiligt sich an einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt:
  • Worum geht es in diesem Forschungsprojekt?
  • Welche künstlerischen oder kunstnahen Aktivitäten sind in diesem Projekt vorgesehen, und welche Aufgaben erfüllen sie darin?
  1. Mindestens ein Wissenschaftler beteiligt sich an einem künstlerischen Gestaltungsprojekt:
  • Worum geht es in diesem Gestaltungsprojekt?
  • Welche wissenschaftlichen oder wissenschaftsnahen Aktivitäten sind in diesem Projekt vorgesehen, und welche Aufgaben erfüllen sie darin?
  1. Neuartige Verbindungen zwischen Wissenschaft und (bildender) Kunst: Einige versuchen, künstlerische Arbeitsweisen mit wissenschaftlichen so zu verbinden, dass eine besondere Art neuen Wissens erzeugt wird:
  • Worum geht es in diesem Projekt?
  • Welche künstlerischen oder kunstnahen Aktivitäten sind in diesem Projekt vorgesehen, und welche Aufgaben erfüllen sie darin?
  • Welche wissenschaftlichen oder wissenschaftsnahen Aktivitäten sind in diesem Projekt vorgesehen, und welche Aufgaben erfüllen sie darin?
  • Wie wirken künstlerische und wissenschaftliche Aktivitäten zusammen?

 In w/k können auch Positionen der künstlerischen Forschung (Artistic Research) präsentiert und untersucht werden:

 Der Fragenkatalog für künstlerische Forscher

  • Was verstehen Sie unter künstlerischer Forschung?
  • Stützen Sie sich auf bestimmte theoretische Ansätze der künstlerischen Forschung und wenn ja, auf welche?
  • Wie hat sich der Kontakt zu Konzepten der künstlerischen Forschung bei Ihnen herausgebildet?
  • Welche künstlerischen und/oder wissenschaftlichen Ziele verfolgen Sie bei Ihrer Orientierung an Konzepten der künstlerischen Forschung?

Das oben angesprochene Streben nach neuartigen Verbindungen zwischen Wissenschaft und (bildender) Kunst findet sich auch bei Ansätzen künstlerischer Forschung (Artistic Research).

Ein Kommentar

  1. Thorsten Bachmann Thorsten Bachmann 06. Dezember 2018

    Eine übersichtliche und aussagekräftige Zusammenfassung dieses ambitionierten Projektes

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