Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Felicitas Rohden: ALTERED ANGLES – MARS MISSION

Vernissage: 9.11.2018 um 19 Uhr

Zeitraum: 9.11.2018 – 31.01.2019

Kunst & Denker Contemporary zeigt die Ausstellung ALTERED ANGLES – MARS MISSION, welche die bisherigen künstlerischen Untersuchungen der Künstlerin Felicitas Rohden im Spannungsfeld zwischen Kunst und formalen Wissenschaften weiterführen wird. In ihrer künstlerischen Arbeit erforscht sie die Veränderungen von mathematischen und digitalen visuellen Oberflächen und Räumen, wenn diese in den tatsächlichen Raum umgewandelt werden. ALTERED ANGLES – MARS MISSION ist ebenfalls ein Projekt mit wissenschaftlich-partizipativem Ansatz. Die Künstlerin zeigt eine Reihe von Objekten, die sich auf die Erforschung unseres Schwesterplaneten Mars beziehen. Die Wandobjekte und die raumgreifende Installation sowie das erste Marsbuch aus einer Serie von sechs sind im Dialog mit der aktuellen NASA HI-SEAS Mars Mission entstanden. Ganz konkret steht Felicitas Rohden über einen längeren Zeitraum mit dem südkoreanischen Wissenschaftler Sukjin Han in Kontakt. Er ist der Commander der aktuellen NASA HI-SEAS Mars Mission. Seit 2013 werden auf dem Mauna Lao Vulkan auf Hawaii erste Versuche für eine zukünftige bemannte Marsmission durchgeführt. Über einen längeren Zeitraum simulieren Wissenschaftler in einem Habitat das Leben auf dem Mars. Felicitas und Sukjin kommunizieren über Fotos und Emails mit einer Erde-Mars-Zeitverzögerung. Sukjin Hans Eindrücke und Erfahrungen sind Ansatz für die Inhalte der Werke, die sich mit dem Thema im Spannungsfeld zwischen Realität und Simulation befassen.

Die gezeigten Objekte erscheinen klar und steril – ganz im Sinne einer wissenschaftlichen Expedition. Dabei wählt die Künstlerin die Ästhetik der Raumfahrtstation, des sogenannten Habitats der Mars Mission. Die Formen der „Habitat Shields, 2018“ zum Beispiel erinnern an Science Fiction-Filme und knüpfen mit ihrer Dreiecksstruktur an die Architektur des Habitats an. Die Künstlerin spielt durch das Abgießen von Formen mit dem Verhältnis von Innen und Außen, Fläche und Volumen und der Masse, die von tonnenschwer bis federleicht nicht einzugrenzen ist. Dies ist auch ein Grund, weswegen man das Gefühl der Schwerelosigkeit bekommt, wenn man in die Welt der Künstlerin eintaucht. Im Zentrum der Ausstellung befindet sich die Luftskulptur Isolated and Inflated (2018) welche ebenfalls eine Referenz zu der ephemeren Architektur des Habitats bildet. Die Monde Phobos und Deimos, Mars als Planet und das Modell des Marshabitats verzahnen sich zu einer Gesamtform. Wie würde sich unsere Wahrnehmung auf dem Mars verändern? Erneut spielt die Künstlerin mit der Perspektive des Betrachters, indem sie ihn/sie mitnimmt auf diese Reise in eine Welt, die man vorher nicht kannte. Dabei geht es diesmal nicht um die Quantenphysik oder die Mathematik, sondern um Themen wie Distanz, Simulation und Isolation, die einen tieferen Einblick in den Austausch mit dem Wissenschaftler, dem Commander der Mars Mission geben. Die Serie der Marsbücher: Prequel, Isolation, Distance, Simulation, Machines, Sequel bilden die Grundlage für die raumgreifenden Arbeiten. In dem ersten Buch, welches sie zeigt, geht es um die Erfahrung und das Leben in der Isolation. Was bewegt Menschen dazu, die Erde zu verlassen? Wie stark müssen sie mental sein? Und wie kann man sie darauf vorbereiten? Das Äußere der Buchobjekte erinnert an einen aufblasbaren Strandball. Der übliche Weltkartenaufdruck wurde durch einen Ausschnitt der Marskarte ersetzt. Im aufklappbaren Inneren befindet sich ein kleines Buch, dessen Inhalte sich anlehnen an die kleine Räumlichkeit des Habitats und die Abgeschiedenheit von der Welt. Die Abstraktion der Marskarte entwickelt sich zu etwas Physischem durch die thermische Darstellung der Landschaft. Die Inhalte bilden den Kern der Ausstellung und entschlüsseln die Formen und Muster. So begründet sich zum Beispiel die Oberflächenstruktur der Edition und Luftskulptur auf das 3D-Druckverfahren, welches für den Bau des Habitats auf dem Mars in Kombination mit dem Marssand geplant ist. Felicitas Rohden nähert sich erneut dem Nichtdarstellbarem wie zuletzt mathematischer Abstraktion, Digitalisierung oder Quantenphysik und gibt uns Einblicke in ihr aktuelles Schaffen. Während ihres Stipendiums am MASS MOCA Museum of Contemporary Art in Massachusetts entstand der erste Kontakt zu dem Wissenschaftler Sukjin Han, dem Commander der ersten bemannten Marsmission, mit dem sie seitdem im Dialog steht. Die Künstlerin, die an der Düsseldorfer Akademie bei Georg Herold und Rita McBride studiert hat, lebt seit einigen Jahren in Brüssel und unterrichtet an der Sint Lucas University of the Arts in Antwerpen.

Weitere Informationen: Kunst & Denker Contemporary

 

Beitragsbild über dem Text: Felicitas Rohden: Isolated and Inflated (2018). Foto: Kunst & Denker Contemporary.