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„Kunst-und-Wissenschaft“ in anderen Medien – Teil V

Text: Stefan Oehm | Bereich: Beiträge über Künstler

Übersicht: Kunst und Wissenschaft. Das klingt für viele so gegensätzlich wie Feuer und Wasser. Dabei sind sich beide so nahe wie Geschwister. Und das schon seit antiker Zeit. Was damals galt, gilt auch heute: Die Kunst sucht die Nähe der Wissenschaft – und die Wissenschaft die Nähe der Kunst. Und Stefan Oehm begibt sich in der Reihe „Kunst und Wissenschaft“ in anderen Medien auf die Spurensuche: nach Ausstellungen, Aufführungen, Büchern, Symposien und Zeitungsartikeln zum Thema.

Vorbemerkung des Herausgebers

Dies ist der fünfte Teil von „Kunst und Wissenschaft“ in anderen Medien. Alle Teile stammen von Stefan Oehm. Er sucht in Zeitungen, im Radio, im Fernsehen, im Internet nach Beiträgen, die sich dem Großthema „Kunst und Wissenschaft“ zuordnen lassen. Die Hinweise sind nach dem folgenden Muster aufgebaut: Autor – Titel – Kurzdarstellung des Beitrags – Link zu weiteren Informationen. Die Zeitungsartikel sind in der Reihenfolge des Erscheinens geordnet, die Hinweise auf Ausstellungen hingegen in der Reihenfolge des Starts der Ausstellungen.

Die w/k-Nutzer werden um Mitwirkung gebeten: Wenn Sie auf weitere „Kunst und Wissenschaft“-Beiträge stoßen, so wenden Sie sich bitte an: stefan.oehm@betriebsbereit.de. Ihr Hinweis wird dann in der nächsten Runde dieser Reihe unter Nennung Ihres Namens veröffentlicht.

1. Klangwelten: Wie mächtig ist das Hören?

Der Mensch, das vernunftbegabte Wesen. Wissensdurstig. Sprachmächtig. Und Herr seiner Sinne? Mitnichten: hören, riechen, schmecken, tasten, sehen – unsere Sinne nehmen Reize auf, die wir zunächst nicht bewusst wahrnehmen. Sie sind eng verknüpft mit unseren Emotionen und prägen uns, unsere soziale Identität, unsere Kunst und Kultur in einer Weise, die noch viele Fragen aufwirft. Die Akademienunion und die Schering Stiftung haben nun, in Kooperation mit dem Museum für Kommunikation Berlin, in der transdisziplinären Reihe Mit allen Sinnen: Wie wir zusammen leben an vier Themenabenden die Wirkung verschiedener Sinneswahrnehmungen auf unser gesellschaftliches Zusammenleben aus wissenschaftlicher und künstlerischer Perspektive beleuchtet. Den Auftakt bildete am 9. Oktober 2018 die Veranstaltung Klangwelten: Wie mächtig ist das Hören?

Info: Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften

2. Stefanie Bürkle: Bildreihe Atelier + Labor

Wissenschaft und Kunst eint ein für Außenstehende vielfach geheimnisvoll anmutendes Momentum: Im Verborgenen, Geheimen, hinter den geschlossenen Türen der Forschungslabore und Künstlerateliers, ereignen sich Schaffensprozesse, von denen wir zumeist nur in Form von finalen Resultaten, von Forschungsergebnissen oder künstlerischen Arbeiten, Kenntnis erhalten. An diesem Punkt setzt die Berliner Künstlerin Stefanie Bürkle an. Sie entbirgt das Verborgene, taucht fotografisch in die Entstehungsorte der Kunst und der Wissenschaft ein und macht in ihrer Fotoserie Atelier + Labor die Parallelen beider Wirkstätten sichtbar. Neben Fotografien der Ateliers von Künstlern wie Monica Bonvicini, Carsten Nicolai oder Tomás Saraceno sind Aufnahmen der Werkhalle Fluidsystemdynamik des Instituts für Luft und Raumfahrt oder eines reflexionsarmen Raumes der Technischen Universität Berlin zu sehen, inszeniert als menschenleere Arbeits- und Denkräume.
(monopol Magazin für Kunst und Leben: Online-Artikel Wie sich Ateliers und Labore ähneln, 02.04.2019)

Infos: monopol Magazin, Stefanie Bürkle

3. Ursula Damm: Gestaltung medialer Umgebungen

Die Kunst ist auch nicht mehr das, was sie einmal war. In einer sich rasant verändernden Welt, im Spannungsfeld von Kultur, Technologie und Wissensproduktion wird ihre Stellung in der Gesellschaft permanent hinterfragt. Darauf hat die Bauhaus-Universität Weimar zukunftsweisend reagiert und mit der Fakultät Kunst und Gestaltung eine Abteilung etabliert, die sich mit Hilfe von Experimenten auf die Suche nach neuen Strategien in der Kunst begibt. Dort arbeitet die Künstlerin Ursula Damm als Professorin für den Bereich Gestaltung Medialer Umgebungen mit verschiedenen technischen, interaktiven, biologischen und performativen Medien, deren Schwerpunkte in verschiedenen Labs vermittelt werden. Es wird eingeladen

„zu Experimenten mit Prozessen, Schaltkreisen und Apparaten, mit anderen Lebewesen wie Einzellern, Tieren und Pflanzen. Wir kreieren Feedbacks und Kreisläufe, um aus unserer Umwelt eine Umgebung für unterschiedliche Menschen, sowie verschiedene Agenten und Spezies zu machen.“

Info: Bauhaus-Universität Weimar: Fakultät Kunst und Gestaltung, Professur Gestaltung Medialer Umgebungen, Ursula Damm

4. Matthias Neuenhofer: Auflösung

Die Geschichte beginnt recht unspektakulär, fast wie eine biologische Dokumentation 160 verschiedener Pilzsorten aus dem Naturschutzgebiet Wahner Heide. Ihre Fruchtkörper entwachsen dem Boden, der eigentliche Pilz bleibt unter der Erde und unseren Blicken verborgen. An diesem Punkt setzt die eigentliche Arbeit Mushroom des Computer- und Videokünstlers Matthias Neuenhofer an, die er im Neuen Kunstraum Düsseldorf (NKR) zeigt. Er verfremdet Kameraaufnahmen, wendet Computeralgorithmen auf die skulpturalen Formen der Pilze an, zerlegt sie, komponiert komplexe neue Strukturen, malerische Momente, dynamische Formen. Dieses

„Wuchern, die Variation des Ähnlichen, die Verbindung und die Interaktion der Teile sind Ansätze für einen Gestaltungsentwurf, den Matthias Neuenhofer […] für Interventionen und Improvisationen freigibt.“

(Neuer Kunstraum (NKR), Düsseldorf: Matthias Neuenhofer, Auflösung, Ausstellung vom 6. April – 2. Juni 2019)

Infos: Neuer Kunstraum (NKR), Düsseldorf  

5. Städel Museum Frankfurt: Gastkommentar

Eine so ungewöhnliche wie befruchtende Begegnung von Wissenschaft und Kunst: In Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. hat das Städel Museum in Frankfurt die Reihe Gastkommentar ins Leben gerufen, in der einmal im Quartal „Experten der Max-Planck-Gesellschaft aus Lebens-, Natur- und Geisteswissenschaften den Besuchern individuelle Sichtweisen auf die Werke des Städel Museums“ eröffnen: Welche Verbindung gibt es zwischen der bildenden Kunst und europäischer Rechtsgeschichte, Neurowissenschaft und Chemie? Was sehen ein Klimaforscher, eine Historikerin und eine Bildungsforscherin in den Werken der Städel Sammlung?
(Städel Museum Frankfurt: Einmal im Quartal, sonntags um 12.00 Uhr)

Info: Städel Museum Frankfurt

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Beitragsbild über dem Text: Unbekannter Autor (2016). Urheberrecht: Creative Commons CC0.

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