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Zur ersten w/k-Ausstellung

Die Ausstellung Zwischen  Wissenschaft und Kunst: Düsseldorfer Akzente fand vom 23.11. bis zum 4.12.2016 in der Kunstakademie.gallery in der Ritterstraße 45 gegenüber der  Düsseldorfer Kunstakademie statt.

Der Bericht über die Ausstellung besteht aus zwei Teilen. Der vorliegende erste Teil enthält die vom w/k-Herausgeber Peter Tepe am 23.11.2016 gehaltene Begrüßungsrede sowie Fotos von Karsten Enderlein. Der zweite, als Kurzbeitrag erscheinende Teil verweist demgegenüber auf den anlässlich der Vernissage erschienenen Beitrag auf center.tv Düsseldorf, die Videos zur Ausstellung und auf eine Auswahl der bei der Vernissage gemachten Fotos eines anderen Fotografen.

Begrüßungsrede des w/k-Herausgebers

Die Ausstellung Zwischen Wissenschaft und Kunst: Düsseldorfer Akzente, als deren Besucher ich Sie herzlich begrüße, ist eng mit dem neuen Online-Journal w/k – Zwischen Wissenschaft und Kunst verbunden, das Anfang November an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Die Startrunden-Beiträger mit Düsseldorfbezug wurden eingeladen, sich an dieser Ausstellung zu beteiligen; Düsseldorfer Akzente sollten gesetzt werden. Für alle Mitwirkenden gibt es ein Schaubild, das zentrale Aussagen des Interviews, des Essays oder des Aufsatzes wiedergibt – und dazu einlädt, im Online-Journal den ganzen Text zu lesen. Bei fünf Beteiligten kommt die Präsentation künstlerischer Arbeiten hinzu.

w/k befasst sich, vereinfacht gesagt, mit den vielfältigen Verbindungen, die es zwischen Wissenschaft und bildender Kunst gibt. Die Ausstellenden sind allesamt in diesem Großbereich zu verorten. So waren Karl Otto Götz und Rissa nicht nur lange Zeit an der Düsseldorfer Akademie als Künstler und Kunstprofessoren tätig, sie haben über viele Jahre auch als empirische Wissenschaftler gearbeitet und psychologische Studien unternommen, die auf das Ziel einer exakten Ästhetik ausgerichtet waren. Dass Götz und Rissa nicht nur zu einem Interview bereit waren, sondern für unsere Ausstellung auch zwei Bilder zur Verfügung gestellt haben, ist eine großartige Unterstützung von w/k, für die ich mich herzlich bedanke.

Dem ersten Typ der Wissenschaft-Kunst-Verbindung, den wir als Grenzgänger zwischen beiden Bereichen bezeichnen, kann auch Meral Alma zugeordnet werden. Sie ist nicht nur zweifache Förderpreisträgerin der Akademie, die sich im Kunstgeschehen bereits auf erstaunliche Weise etabliert hat – sie arbeitet zudem an einer literaturwissenschaftlichen Dissertation.

Ein weiterer Grenzgänger, aber mit der Dominante Wissenschaft, ist Prof. Markus Schrenk. Er lehrt theoretische Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität, ist aber phasenweise auch künstlerisch aktiv. In unserer Ausstellung zeigt er eine vertrackte, zum Nachdenken anregende Installation, die in w/k durch einen Essay von Sonja Frenzel kommentiert wird.

Ein zweiter Typ der Wissenschaft-Kunst-Verbindung wird durch Prof. Alexander Becker repräsentiert. Er hat einige Jahre lang an der Düsseldorfer Universität Philosophie gelehrt, 2015 jedoch einen Ruf an die Universität Marburg erhalten. Er beschäftigt sich theoretisch mit dem Verhältnis von Kunst und Wissenschaft: In seinem Beitrag strebt er an, dieses Verhältnis auf neuartige Weise zu bestimmen.

Ähnlich gelagert ist der Aufsatz von Prof. Irene Daum: Die Psychologin und Neurowissenschaftlerin stellt zusammenfassend dar, was die heutige Psychologie über bildende Kunst, Künstler und Kunstrezeption zu sagen hat. Irene Daum gehört ebenfalls zu den Grenzgängern: Sie ist auch Fotografin, konzipiert darüber hinaus seit vielen Jahren Kunstausstellungen und schreibt Texte über Künstler.

Wie ich selbst einzuordnen bin, geht aus dem Titel des Schaubilds hervor. Für die Ausstellung habe ich hauptsächlich Arbeiten ausgewählt, die einen Bezug zu meiner wissenschaftlichen Tätigkeit aufweisen. Das gibt mir Gelegenheit, nebenbei auf einen dritten Typ der Wissenschaft-Kunst-Verbindung hinzuweisen, der insgesamt viel häufiger vorkommt als die an diesem Ort im Vordergrund stehenden Grenzgänger: Seit Jahrzehnten haben nämlich Künstler Konjunktur, die sich in dieser oder jener Form auf wissenschaftliche Theorien und Ergebnisse beziehen; man denke als Beispiel an Rückgriffe auf die Klimaforschung, um mit künstlerischen Mitteln auf die ökologische Krise hinzuweisen. Einige dieser wissenschaftsbezogen arbeitenden Künstler werden in der w/k-Startrunde präsentiert. So viel zur Ausstellung.

Die Vernissage-Rede möchte ich aber nicht abschließen, ohne mich bei denen zu bedanken, ohne die es das international ausgerichtete, zweisprachig angelegte Online-Journal gar nicht oder nicht in der vorliegenden Form geben würde. Dr. Hans Ulrich hat einige Übersetzungen vom Deutschen in Englische finanziert, Prof. Bodo Kirf und Henri Berners unterstützen uns bei der für die Etablierung von w/k wichtigen PR-Arbeit; auch Wolfgang Kessler steht uns hier beratend zur Seite. Irene Daum und Alexander Becker sind schon in der ersten Projektphase 2013/14 in die Redaktion eingetreten, haben zur Weiterentwicklung des ursprünglichen Konzepts beigetragen, Kontakte zu Künstlern und Wissenschaftlern hergestellt und sich an der Startrunde auch mit Texten beteiligt. Giovanni Tepe ist als Systemadministrator bei Bedarf immer zur Stelle. Der Künstler Bertram Rutz, der am Museum Kunstpalast beschäftigt ist, hat auf effektive Weise bei der Hängung geholfen. Allen Genannten sei herzlich gedankt.

Mein ganz besonderer Dank gilt jedoch dem inneren Redaktionskreis, zu dem außer mir als Herausgeber drei Personen gehören. Diese Gruppe hat im letzten Jahr und vor allem in den letzten Monaten extrem hart gearbeitet, für viele neu auftauchende Probleme kreative Lösungen gefunden, die sich nach intensiven Diskussionen immer auch als konsensfähige Lösungen erwiesen haben. Mir kommen immer Tränen in die Augen, wenn ich an diese produktive Gärungszeit denke.

Ich beginne mit Meral Alma, wobei ich mich auf nur einen Aspekt ihrer Tätigkeit konzentriere: Ohne sie hätte es eine erste w/k-Ausstellung nur wenige Wochen nach dem Launch niemals geben können. Sie hat vor einiger Zeit das Internetportal kunstakademie.gallery begründet und in dem Raum, in dem wir uns gegenwärtig befinden, die ART after work-Reihe ins Leben gerufen. Durch sie ist es möglich geworden, diese Galerie kurzfristig auch für eine w/k-Ausstellung zu nutzen. In den letzten Wochen hat sie einen Großteil ihrer nahezu unerschöpflichen Energie dafür verwendet, alle Register für das Gelingen dieser Ausstellung zu ziehen. Zu diesem Zweck haben auch ihr Bruder Adam Alma und andere Familienmitglieder, die es vorziehen, im Hintergrund zu bleiben, viel geschuftet, was ich hier ausdrücklich würdigen möchte. Für Meral Alma als Redakteurin und Galeristin ziehe ich die erste der drei großen Dankeskarten.

Jetzt möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf Jens Helmus lenken, unseren Chefredakteur. Er hat sich in das komplexe technische System und die Besonderheiten seiner kunstbezogenen Anwendung rasch eingearbeitet, und ihm ist es gelungen, alle Beiträge und sonstigen w/k-Bestandteile bis ins kleinste Detail gehend auf einem gleich bleibend hohen Niveau umzusetzen. Jens Helmus hat 2015/16 ein unglaubliches Arbeitspensum auf bewundernswerte Weise bewältigt und dabei immer auch für ein harmonisches Zusammenwirken gesorgt. Dafür gebührt ihm die zweite große Dankeskarte.

Zum Abschluss muss ich etwas ausführlicher auf Thomas Daffertshofer eingehen. Ich unterscheide erstens und zweitens. Erstens gehen das Konzept unseres Internetauftritts und das gesamte Design des Journals auf seine Rechnung: Er hat auf der Basis des WordPress-Systems eine funktionale, gleichzeitig aber ästhetisch stimmige Gestaltung geschaffen, die hohen professionellen Maßstäben genügt. Das betrifft z.B. die zurückhaltende Farbwahl, welche die künstlerischen Inhalte in den Vordergrund stellt, die nutzerfreundliche Übersichtlichkeit, eine Fülle von überzeugenden Details, die sich erst bei mehrfachen w/k-Besuchen erschließen. Außerdem hat er mehrere Wochenenden dafür geopfert, den inneren Redaktionskreis mit dem WordPress-System vertraut zu machen. Ich bin sehr glücklich darüber, Thomas Daffertshofer als digitalen Architekten für w/k gewonnen zu haben.

Zweitens fehlt allerdings noch. Dazu muss ich etwas zur Vorgeschichte des Online-Journals sagen. Im Jahr 2014 hatte Thomas Daffertshofer als befreundeter Internet-Spezialist empfohlen, das bereits erwähnte, weltweit häufig genutzte System zu verwenden und auf unsere speziellen Zwecke zuzuschneiden. Er hatte auch einen Kostenplan erarbeitet und war bereit, Kontakte zu Fachleuten herzustellen, welche das Konzept in Abstimmung mit der Redaktion umsetzen sollten. Dafür wurden damals rund 9.000,- € veranschlagt. Mit dem w/k-Programm und einem noch weitere Punkte enthaltenden Finanzierungsplan wandte ich mich nun an diverse Stiftungen, Firmen, Banken, Sparkassen und weitere Institutionen, um Unterstützer zu finden. Meine Sponsorensuche erwies sich jedoch als ein totales Desaster: Wolfgang Schäuble spricht im positiven Sinne von einer schwarzen Null, hier kam jedoch eine rote Null heraus. Über die Gründe dafür will ich hier nicht spekulieren. Für eine Fortsetzung der Sponsorensuche fehlte mir die Kraft, in den helleren Stunden dachte ich „Vielleicht unternehme ich irgendwann in der Zukunft einen neuen Versuch“. Im Klartext: Zu Beginn des Jahres 2015 war das Projekt eigentlich gestorben.

An diesem Nullpunkt kam nun Thomas ins Spiel. Er war vom w/k-Konzept voll überzeugt, und er tat das völlig Unerwartete – er übernahm die Arbeiten, für die er uns eigentlich nur die Fachleute vermitteln wollte, einfach selbst. Mehr noch, er tat dies bis auf Weiteres – bis sich eben doch ein Wunderwesen namens Sponsor findet – ohne jede Bezahlung, einfach so. In früheren Zeiten hätte man wahrscheinlich gesagt „aus Idealismus“. Viele 100er-Blocks an Arbeitsstunden vom höchsten Intensitätsgrad waren das bis heute, und immer wieder tauchen neue Probleme auf, die zu lösen sind. Fazit: Ohne Thomas Daffertshofer würde es das Online-Journal überhaupt nicht geben. Für erstens und zweitens gebührt ihm die dritte, besonders breite Dankeskarte, vorweihnachtlich mit vielen Glanzbildern geschmückt.

Ich schließe meine Begrüßungsrede mit der Bitte um einen großen Applaus für alle, die mit so großem Engagement an w/k und an dieser Ausstellung beteiligt sind.

Vernissage-Fotos

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Weitere Vernissage-Fotos von Karsten Enderlein.

Beitragsbild über dem Text: Vorderseite der Einladungskarte.

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